Unsere Meinung - 

Eure Meinung

Hier ist der Platz für Kommentare der NUARACHER NACHRICHTEN, aber auch für Leserbriefe oder Meinungsäußerungen der Leserinnen und Leser. Voraussetzung ist aber, dass man zu dem steht, was man schreibt - also seinen Namen angibt!

„Nicht jene, die streiten sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sprechen wir doch mal über Naturschutz am Pillersee!

(ein Kommentar von Simone Schneider)

 

Eine Leserin schickte uns aktuelle Fotos von einem Biber am Pillersee und freute sich über den gelungenen Schnappschuss und das schöne Tier. Doch dann erinnerte ich mich an die Aufforderung der Bürgermeisterin Brigitte Lackner in der aktuellen Ausgabe der „Dorfzeitung“:

„Bereits mehrere Male musste der vom Biber errichtete „Damm“ von den Bauhofmitarbeitern entfernt werden, um einen Rückstau im Bach Richtung Pillersee zu vermeiden und um die angrenzenden Häuser zu schützen. Der Biber steht unter Naturschutz und ist sehr schwer zu sichten. Sollte jemand eine Beobachtung im Bereich des Haselbachareals machen, bitte in der Gemeinde melden.“

Wird durch die Veröffentlichung dieser Fotos eventuell wieder ein Bauwerk des Bibers zerstört? Kritisch beurteilte die Äußerungen der Gemeinde immerhin auch der Aufsichtsfischer und Gründungsobmann des Fischereivereins, Michael Seeber in einem Interview mit den Bezirksblättern. Die Bürgermeisterin hatte den Biber als "ungeliebten, tierischen Besucher" bezeichnet, der im Gewässer in Dorfnähe sein Unwesen treibe und sich den Haselbach zu Eigen gemacht habe. „Aus Fischer-Sicht ist der Biber oft ein Segen“, so Seeber. Die Dammbauten würden den Lebensraum für heimische Fische verbessern, könnten zu einer Renaturierung am Südufer des Sees führen und zudem sei der Biber „ein Experte in Sachen naturnaher Landschaftsgestaltung. Die Stauungen durch Dammbauten sind für ihn sehr wichtig, damit der Eingang zum Bau unter Wasser liegt und so Schutz vor dem Eindringen von Fressfeinden geschaffen wird“. So weit die Meinung des Fachmanns, aber was sagt der Biber selbst dazu?

Das wird in einer Broschüre des Landes Tirol mit dem Titel „Biber in Tirol“ erklärt: 

 

„Immerhin soll uns als europaweit geschützte Tierart entsprechender Respekt gezollt werden, und ihr müsst schon sagen, unsere Rückkehr nach Tirol ist als großer Erfolg für unsere gemeinsame Heimat zu werten. Denn wir Biber sind eine wichtige Tierart für die heimischen Gewässer. Wir sind Wasserbauer und Holzfäller und können ein Stück Feuchtgebiet in eine wahre Wildnislandschaft verwandeln. Und noch mehr: Wir tragen zur ökologischen Verbesserung der Gewässer bei, stärken die Selbstreinigungskräfte und leisten einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz an den Oberläufen der Bäche“. 

 

Eine wirklich lesenswerte Lektüre der Abteilung Umweltschutz des Landes, denn was schreiben die dort zuständigen Fachleute über die Vorteile einer Biberansiedlung für uns alle? Es sei sinnvoll, den Gestaltungsdrang des Bibers, wo immer möglich, wegen folgender Leistungen zuzulassen:

  • „Arten- und Biotopschutz
  • Förderung des Biotopverbunds
  • Renaturierung der Gewässer
  • Verbesserung des Wasserhaushalts
  • Beitrag zum Hochwasserschutz 
  • Reinigung von Gewässern
  • Steigerung der Arten und Lebensraumvielfalt
  • Steigerung des Erholungswertes der Landschaft“ 


 Aber wieso fordert uns dann die Bürgermeisterin dazu auf, ihr und den Bauhofmitarbeitern zu verraten, wo der Biber gerade zugange ist? Eine Entfernung von Dämmen, wie anscheinend bereits geschehen, ist doch von Seiten des Landes gar nicht gewünscht. Mehr noch, es ist verboten, sagt der Biber in der Informationsbroschüre (Zitat bzw. Gesetzeslaut siehe unten) oder knapper ausgedrückt in der Sendung des Radio ORF Tirol „Radio Tirol am Vormittag" vom 05.März 2016: 

„Der Biber ist durch das Tiroler Naturschutzgesetz und die europäische FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) streng geschützt. Das gilt auch für seine Bauwerke und Dämme“. 

 

Also sind auch die Dämme geschützt, die die Nuaracher Gemeinde weiterhin wegräumen lassen will. Interessant! Wie soll sich Brigitte Lackner aber gegenüber den Anrainern verhalten, die ihren Unmut über den Biber äußern? Muss sie nun wissentlich gegen die Vorschriften verstoßen? Nein, das lässt sich auch anders regeln:

„Das Bibermanagement liegt beim Amt der Tiroler Landesregierung in der Abteilung Umweltschutz“, so die Recherchen des ORF und tatsächlich heißt es in der Broschüre „Biber in Tirol“:

„Um die daraus entstehenden Konflikte zu lösen und den Bibern eine Chance auf eine erfolgreiche Rückkehr zu geben wurde von der Landesregierung Tirol, Abteilung Umweltschutz eine Betreuung für Biberfragen eingerichtet“

Für den Bezirk Kitzbühel ist dies Philipp Larch MSc., der per Mail unter philipp.larch@tiroler-schutzgebiete.at zu erreichen ist. 

Es gibt nämlich durchaus Möglichkeiten, die Dämme – und damit den Biber – am Pillersee zu erhalten und gleichzeitig eventuelle Schäden durch ein überaus nützliches Tier (und wie auf diesem Symbolfoto zu sehen sehr putziges Tier) zu verhindern! 

Hier der angekündigte Auszug aus der Broschüre „Biber in Tirol“ (Gesetzestext): 

„Die Tiroler Naturschutzverordnung 2006, LGBl. Nr. 39/2006, listet uns (Biber) in Umsetzung der FFH-Richtlinie in ihrer Anlage 5, daher sind wir gemäß § 4 Abs. 2 dieser Verordnung i.V.m. § 24 Abs. 2 des Tiroler Naturschutzgesetzes 2005, LGBl. 26/2005, zuletzt geändert mit LGBl. Nr. 87/2015 eine geschützte Tierart, hinsichtlich der, in allen Lebensstadien, alle absichtlichen Formen des Fangens oder des Tötens, jedes absichtliche Stören, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderzeit, jedes Beschädigen oder Vernichten der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten wie auch der Besitz, Transport, Handel oder Austausch verboten sind“.

Das war die Nuaracher Gemeinderatssitzung… 

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Gestern (29.04.2021) trafen sich die gewählten Gemeinderätinnen und -räte unter Leitung von Bürgermeisterin Brigitte Lackner im KUSP, um mehr als zwei Stunden über anstehende Projekte zu diskutieren und abzustimmen. Auch das Zuschauerinteresse war groß, wenn auch einige nur deshalb zum ersten Mal anwesend waren, da es um ihre eigenen Anliegen ging, die auf der Tagesordnung standen.

 

Im Bericht der Bürgermeisterin dankte sie den Pädagogen und auch der gesamten Bevölkerung für die professionelle Bewältigung der herausfordernden Corona-Situation und das Durchhaltevermögen. Sie verwies auch auf die anstehende Begrünung des Y-Parkplatzes im Mai und freute sich zu hören, dass der Fahrradweg rund um den See gut angenommen wird. Weiters berichteten die jeweiligen Referenten unter anderem, dass die Planung von Veranstaltungen und die Öffnung des Hallenbads derzeit noch schwierig sei.

Zu den Abstimmungen im Einzelnen: 

Die Punkte 1 bis 11 sowie 15 wurden ohne größere Diskussionen einstimmig angenommen. 

Punkt 12 wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Geplant sind 3 x 12 Wohneinheiten, wobei die Hälfte der Wohnungen für € 4000,- bis € 4.500,- pro Quadratmeter verkauft, die andere Hälfte zum Netto-Mietpreis von € 9,- je Quadratmeter vermietet werden soll. Die Gemeinde sucht die Bewerber aus, die in eine Mietwohnung einziehen möchten. 


Punkt 13: Bei der Vergabe der Aufträge wird versucht, möglichst einheimische Firmen zu beteiligen. Es sind zur Vorbereitung (u.a. Transport der schweren Geräte) einige Rodungen und Wegverbreiterungen notwendig, die bereits jetzt schon teilweise im Gang sind. Die Sanierung des alten Stollens ist erst möglich, wenn der neue Tiefbrunnen in Betrieb genommen wird. Um Förderungen für das Projekt, das sich auf eine Gesamtinvestition von rund € 1,2 Millionen beläuft, seitens des Landes wurde bereits angesucht, so dass eine maximal geschätzte Darlehensaufnahme von rund € 500.000 für die Gemeinde verbleibt. Auch diese Vorgehensweise wurde einstimmig beschlossen.


Punkt 14: Der Bau des Rettungszentrums soll möglichst im Herbst beginnen, so dass Bergrettung, Wasserrettung und der Verein IDUS im Frühjahr 2022 einziehen können. Diskutiert wurde über die zwei Varianten, einen Massivbau oder einen Massivbau mit Holzbau zu errichten. Man einigte sich – in Anwesenheit der Vereinsobmänner – einstimmig auf einen Kompromiss: Nur das Obergeschoss wird in Holzbauweise errichtet. 


Punkt 16 wurde vertagt und bei Punkt 17 wurde mit Bedauern festgestellt, dass die Vereine zwar gerne Projekte auf den Weg bringen, dann aber bei der Wartung und Pflege oft das Interesse verlieren. Die Bestellung eines externen Fachmanns, der nun die jährliche Wartung und Überprüfung der Klettersteige übernimmt, wurde einstimmig beschlossen.


Punkt 18: Auch hier wurde man sich schnell einig, dass ein digitales System zur Reservierung und zum Kauf von Angelkarten sinnvoll sei und an eine Firma vergeben werden soll.


Punkt 19: Unter dem Punkt „Diverse Ausgaben“ wurde einstimmig die Anschaffung von einheitlichen Blusen, Hemden und Polo-Shirts mit Gemeindelogo für Bedienstete der Gemeinde und für die Mitglieder des Gemeinderats beschlossen. Gesamtkosten rund € 1500,- bis 2000,-. Es gehe um ein einheitliches Auftreten in der Öffentlichkeit. Ob diese „Corporate Identity“-Idee in einer Gemeinde wie St. Ulrich wirklich notwendig ist und ob die Anschaffung der Bekleidung rund acht Monate vor der Wahl eines neuen Gemeinderats (also dann auch anderen benötigten Kleidergrößen) wirklich sinnvoll ist, dass lässt sich sicher kontrovers diskutieren. Es ist aber für uns Bürgerinnen und Bürger beruhigend zu wissen, dass in Zeiten einer Pandemie, in der viele um ihre Existenz bangen, wenigstens die Gemeinde signalisiert: Für wirklich wichtige Anschaffungen ist genug Geld vorhanden!

Die Punkte 20 und 21 wurden im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit, behandelt.

Unter Punkt 22 „Allfälliges“ wurde auf das Aufstellen des Maibaums durch die Landjugend und die bevorstehende Florianifeier und die Erstkommunion hingewiesen, die vorläufige Schließung der Sonderschule St. Johann bekanntgegeben, die Anschaffung neuer PKWs für den Sozialsprengel („Essen auf Rädern“) angekündigt, eine Versetzung der Ortstafeln diskutiert und großes Bedauern über die mangelhafte Einsicht einiger Bürgerinnen und Bürger bei der richtigen Abfallentsorgung geäußert. Das Anbringen einer (Überwachungs-)Kamera sei allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt bzw. nur schwer genehmigungsfähig.

Eine ganz besondere Bitte richtete man dann noch an den Verein der Hundefreunde: Ob man nicht die Aufgabe übernehmen könne, andere Hundebesitzerinnen und -besitzer auf den bestehenden Leinenzwang hinzuweisen, wenn die Vierbeiner mal wieder freilaufend angetroffen werden? Der angesprochene Vereinsobmann Christoph Staffner, der als „Stammgast“ auch bei dieser Sitzung im Publikum saß, machte darauf aufmerksam, dass die Statuten des Vereins nicht besagen, dass es Sinn und Zweck sei, nun „Polizei“ gegenüber anderen Hundehaltern zu spielen. Natürlich könne man gerne bei Gelegenheit aufklärend agieren, aber die Durchsetzung der Leinenpflicht obliege sicher den dafür zuständigen Organen.

Fazit: alle Tagesordnungspunkte wurden einstimmig beschlossen, alle hielten sich durch Maskentragen und Einhaltung des vorgeschriebenen Abstands an die COVID19-Bestimmungen, es wurde ein langer Abend und es gab doch hin und wieder Momente und Meinungsäußerungen, die den interessierten Gast der Sitzung schmunzeln oder Kopfschütteln ließen.

Am 27.02.2022 wird gewählt 

Nun steht der Termin für die nächsten Wahlen, die die Zukunft Nuarachs bestimmen werden, also fest (s.u.) und man darf gespannt sein, wer bereit ist, auf Gemeindeebene politische Verantwortung zu übernehmen. Schon jetzt wurde bekannt, dass einige Gemeinderätinnen und Gemeinderäte nicht mehr zur Wahl antreten werden. Zudem gibt es ja mit den „Nuaracher Demokraten“ zumindest eine neue politische Kraft, die den Einzug in den Gemeinderat nicht nur schaffen will, sondern auch mit möglichst vielen Sitzen Einfluss gewinnen möchte. Und wer tritt zur Bürgermeister-Wahl an? Wird Brigitte Lackner doch noch mal den Hut in den Ring werfen? Wer der (gerüchteweise sind es rund eine Handvoll) möglichen Kandidaten wird tatsächlich im Februar antreten? Wer traut sich als Erster aus der Deckung und präsentiert ein Wahlprogramm, ein Team und sich selbst? Nur eins ist sicher: Die NUARACHER NACHRICHTEN werden den sicher bald beginnenden Wahlkampf genau beobachten und gerne für interessierte Leserinnen und Leser kommentieren.
 

LH Platter: „Gemeinderats- und BürgermeisterInnenwahlen finden am 27. Februar 2022 statt“ 

 „Die Tiroler Landesregierung hat die Ausschreibung der Gemeinderats- und BürgermeisterInnenwahlen für Sonntag, den 27. Februar 2022, beschlossen“, gibt LH Günther Platter heute, Dienstag (06.04.), bekannt. Dieser Wahltermin gilt für alle Tiroler Gemeinden, außer der Landeshauptstadt Innsbruck und der neuen Gemeinde Matrei am Brenner. Die Kundmachung der Wahlausschreibung wird am 24. November 2021 im Landesgesetzblatt für Tirol erfolgen, womit dieser Tag als Tag der Wahlausschreibung gilt. Als Stichtag wird der 15. Dezember 2021 bestimmt, die engere Wahl des Bürgermeisters bzw. der Bürgermeisterin wird auf Sonntag, den 13. März 2022, festgelegt. 

Bei der Gemeinderats- und BürgermeisterInnenwahl 2022 sind alle UnionsbürgerInnen wahlberechtigt, die spätestens am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben, vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen sind und ihren Hauptwohnsitz in der jeweiligen Gemeinde haben (Ausnahme: Der Aufenthalt in der Gemeinde ist kürzer als ein Jahr und offensichtlich nur vorübergehend).
 
(...) „Die Wahl der Tiroler Gemeinderäte und Tiroler Bürgermeisterinnen und Bürgermeister spiegelt stets die ganze Bandbreite der Kommunalpolitik wider. Entsprechend bedeutend sind diese Wahlen, die in einem Jahr stattfinden. Information und Partizipation sind besonders gefragt, wenn es um die zukünftige Entwicklung der eigenen Gemeinde geht – es werden vonseiten des Landes bzw. der Gemeindeabteilung wieder entsprechende Informationen rund um die Wahl zur Verfügung gestellt werden“, betont der für Gemeinden zuständige LR Johannes Tratter.

Warum machen die das? 

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Das Land Tirol kündigte gestern eine ab Mittwoch geltende Ausreisetestpflicht an. Sofort schlugen die Wellen hoch: “Warum Tirol und nicht beispielsweise Salzburg mit höheren Infektionszahlen?“, „Warum nicht mehr impfen und testen anstatt erneuter Einschränkungen?“ Verständlicher Unmut…

 
Nun muss man sich fragen, warum LH Platter, der ja um die Stimmung in der Bevölkerung weiß, trotzdem diese Anordnung trifft. Bestimmt machen er und die Verantwortlichen in Wien nicht alles richtig, aber bei im Vergleich so niedrigen Zahlen in Tirol so schnell und recht kurzer Vorbereitungszeit (vor allem im Vergleich zur „Osterruhe“ im Osten) muss es doch einen guten Grund für das fast panisch anmutende Handeln der Politik geben? 

Also haben wir uns ein wenig mit dem Thema beschäftigt und viel gelesen – und siehe da: Der Grund ist das verstärkte Auftreten einer speziellen Variante der britischen Virusmutation (B117-E484K). Also einer Mutante der Mutante. Wissenschaftler sprechen von einer sogenannten „Fluchtmutante“, bei der (und das zeigen leider auch laufende Studien) eine geringere Wirksamkeit der Impfungen befürchtet wird. 

Klartext: Das Virus kann von den Antikörpern, die nach der Impfung gebildet werden, nicht mehr ausreichend erkannt werden. Diese Fluchtmutationen entstehen leider, je mehr Menschen geimpft sind, denn das Virus sucht sich dann einen anderen Weg, um sich zu verbreiten. Und leider taucht diese Variante derzeit verstärkt in Tirol auf und nur vereinzelt in anderen Bundesländern. Da jede und jeder von uns sich kurz mal überlegen kann, was es bedeutet, wenn Impfungen gegen Corona nicht mehr wirken, kann man verstehen, warum die Politik jede Möglichkeit nutzen will oder sogar muss, um die Ausbreitung der neuen Mutation zu stoppen oder zumindest einzudämmen. 

Nicht falsch verstehen, deswegen muss man der Politik nicht applaudieren oder alle Verordnungen richtig finden, aber es erklärt vielleicht die Angst der Wissenschaft, der Intensivmedizin und der politischen Entscheider. Erst die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob die Ausreistestpflicht notwendig war!

Viele Zahlen und viele Male "Danke"!

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Das war gestern (25.03.) eine lange und anstrengende Sitzung des Nuaracher Gemeinderats, aber schließlich ging es unter anderem um ein wichtiges Thema – der Rechnungsabschluss stand auf der Tagesordnung.

Klaus Pirnbacher erklärte weit über eine Stunde lang das Finanzgebaren der Gemeinde. Viele Zahlen schwirrten durch den Raum und wer sich für die Details der Buchhaltung auf über 300 Seiten interessiert, kann diese online auf der Gemeindehomepage nachlesen. 

Apropos Gemeindehomepage… Florian Pirnbacher, der sich seit Beginn des Jahres als geringfügig Beschäftigter unter anderem um den digitalen Auftritt der Gemeinde kümmert, stellte das neue Design der Website und die neue App GEM2GO vor, mit der man dank individuell wählbaren Einstellungen unmittelbar über Neuigkeiten in St. Ulrich am Pillersee auf dem eigenen Handy informiert werden kann, beispielsweise bei Straßensperren oder – ganz aktuell – bei anstehenden Impfterminen. 

Auch hierzu teilte Bürgermeisterin Brigitte Lackner mit, dass am 2.April die Zweitimpfung der bereits einmal Geimpften in der Ordination Dr. Lechner durchgeführt wird und die Benachrichtigungen bereits verschickt wurden. Ebenso bat sie die Bevölkerung, weiterhin die COVID-Beschränkungen einzuhalten. 

Und was wurde noch besprochen? 

  • Es gibt viele Anfragen für das neue Kindergartenjahr 
  • Die FF St. Ulrich konnte wieder mit Übungen für die Kinder starten und auch das Fußballtraining mit dem Nachwuchs hat begonnen 
  • Die Bauverhandlung für den neuen Trinkwasserbrunnen verliefen sehr erfolgreich, das Projekt läuft weiterhin im Plan 
  • Die Gemeindebediensteten sind in die neuen Büros nach dem Umbau eingezogen 
  • Die Aufträge für die Pflege der Grünflächen im Sommer sowie für die freigewordene Wohnung im Gemeindehaus (Maler-, Boden- und Küchenarbeiten) wurden vergeben, es gibt bereits einige Mietinteressenten
  • Die Osterfeuer wurden aufgrund der Corona-Beschränkungen untersagt, die Landjugend wird am Palmsamstag dankenswerterweise trotz der Umstände eine Osterkrone am Dorfbrunnen aufstellen 
  • Vereine und Organisationen können bei Bedarf und unter Beachtung der Abstands- und Maskenregeln die Bühne des KUSP für Zusammenkünfte nutzen 


Immer wieder wurde gedankt – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dorfzeitung, Dr. Lechner und seinem Team, dem Gemeinderat, den Bediensteten der Gemeinde (Finanzen, Bauhof, Reinigung, Kindergarten, Amtsleiter) und sogar den zu schnell fahrenden Autofahrerinnen und Autofahrern, die dank ihrer Geschwindigkeitsübertretungen im Nuaracher Gemeindegebiet für zusätzliche Einnahmen in Höhe von € 5.362,- sorgten. Trotzdem weist die Gemeinde einen Verschuldungsgrad von 41,26 Prozent auf, was einer „mittleren“ Verschuldung entspricht. Auf jede Bürgerin und jeden Bürger in St. Ulrich umgelegt, bedeutet dies für jeden von uns eine Verschuldung von knapp € 1000,-. Angesichts des schwierigen Jahres mit großen Ausfällen im Tourismus steht die Gemeinde im Vergleich zu anderen Orten aber noch recht gut da. 

Man kann nur hoffen, dass es ab Mitte des Jahres in jeglicher Hinsicht wieder aufwärts geht – und da ist meiner Meinung nach die wirtschaftliche Lage sicher wichtig, aber nicht das entscheidende Kriterium für unsere Lebensqualität!

War da nicht noch was?

Ein Kommentar von Simone Schneider

Das war die 57. Sitzung des Gemeinderats in St. Ulrich am Pillersee am 25. Februar 2021

Spannend war nicht das, was besprochen und beschlossen wurde – interessant war, was nicht gesagt wurde! Aber der Reihe nach…

Alle auf der Tagesordnung aufgeführten Anträge, seien es geplante Flächenwidmungsänderungen, Raumordnungsverträge oder die Vergabe von Aufträgen, wurden ohne Gegenstimmen verabschiedet. Alle laufenden Projekte (Trinkwasserbrunnen, Umbau Gemeindeamt und Gemeindewohnung) liegen im Plan – alles gut! Drei Gemeinderätinnen bzw. -räte fehlten (Gründe wurden nicht genannt) und wurden durch Ersatzmitglieder vertreten. Im Bereich Bildung wurde über den Kindergarten und die Volksschule berichtet, aber der Schulstandort Fieberbrunn, der auch über die Gemeinde finanziert wird, fand keine Erwähnung. Ein paar wenige Zuschauerinnen und Zuschauer interessierten sich für die Gemeindepolitik und durften – ebenso wie die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Bevölkerung ausgestattet mit FFP2-Masken und ausreichend Abstand – der Sitzung beiwohnen.

Was aber auffällig an diesem Donnerstagabend war, dass ein Thema KEIN Thema war!

Keine Rückschau auf das Infektionsgeschehen in Nuarach. Keine Information über die bisher Geimpften über 80-Jährigen und den weiteren Impfzeitplan, keine Mitteilung über eine doch bemerkenswerte Zahl von Familien auch in St. Ulrich, die Tests verweigern, die Maßnahmen der Regierung öffentlich und lautstark ablehnen und deren Kinder daher nicht die Schule besuchen. 

Wir leben seit rund einem Jahr mit einer Pandemie, die nicht nur wirtschaftlich eine Krise bedeutet, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht erlebt haben. Unsere Wirte stehen mit dem Rücken an der Wand, Kinder und Jugendliche leiden psychisch und schulisch unter der beklemmenden Situation, Familien haben begründete Existenzängste. Zahlreiche Pendler müssen sich alle zwei Tage testen lassen, um überhaupt zur Arbeitsstelle zu kommen, zeitweise durften Schülerinnen und Schüler aus dem Pillerseetal nicht in ihre Schulen im Nachbarland Salzburg. Kein Wort davon! 

Kein Appell an die Bevölkerung, sich (endlich) an die Regeln zu halten, die für einige nicht zu gelten scheinen (oder wie erklären sich Treffen von mehreren Haushalten in Privaträumen?). Keine Bitte um Unterstützung des Einzelhandels, der Dienstleister und der Gastwirte. Keine aufmunternden Worte für diejenigen, die von Sorgen geplagt kaum schlafen können oder die Vereine, die seit langem vergeblich hoffen, wieder gemeinsam (auch mit dem Nachwuchs) zu trainieren, zu musizieren oder sich einfach zu treffen. Kein Lob an den großen Teil der Nuaracherinnen und Nuaracher, die durch Abstandhalten, Maskentragen, Kontaktvermeidung und regelmäßiges Testen mithelfen, COVID19 in Schach zu halten. 

Gerade von Bürgermeisterin Brigitte Lackner, die nicht nur ich als besonders bürgernah kenne, die immer bei Veranstaltungen den Kontakt zu „ihren“ Nuaracher sucht und meist ein offenes Ohr für Probleme hat, gerade von ihr hätte ich mir ein paar Worte zur derzeitigen Situation gewünscht…

Situationsbericht

Rund um Tirol – die Grenzen dicht!
Nur Negative dürfen raus.
Masken verdecken das Gesicht,
der PCR-Test oft ein Graus.
 
Nach Deutschland fahren – ganz tabu,
auch Liebe oder Job gestrichen.
Doch gibt es Ausnahmen dazu:
Wenn Opa stirbt, kann man entwischen.
 
Auch wer wichtig im Büro,
von A nach B die Waren bringt
oder setzt Alte auf das Klo,
der wird freundlich durchgewinkt.
 
Viele Menschen haben Sorgen,
Bürger schimpfen, demonstrieren.
Was wird in Wien gesagt wohl morgen?
Die Wirtschaft krankt nicht an den Viren.
 
Konkurs droht bald so manchem Wirt,
in Schulen leiden Lehrer und Kind.
Uns wird die Rechnung wohl serviert,
wenn nicht bald der Impfstoff rinnt.
 
Was aber nicht hilft, liebe Leute,
ist leugnen, hetzen und auch lügen.
Zusammenhalten heißt es heute – 
nur so wird bald die Freiheit siegen!

Eine tragische Geschichte wiederholt sich...

Die Abschiebung von Arigoana Zogaj erregte seit 2007 großes öffentliches und mediales Aufsehen und löste eine heftige Debatte über das  Asylrecht in Österreich aus. Heute lebt die damals schon bestens integrierte 15-Jährige in Österreich - nach absolvierter Matura und Jus-Studium. Vor fast 14 Jahren erlebten die Unterstützerinnen und Unterstützer in Frankenburg (OÖ) viel Solidarität, aber auch viel Unverständnis. Bei einer Kundgebung trat der bekannte Schriftsteller Franzobel (geb. 1967 in Vöcklabruck) auf und verarbeitete die Geschehnisse in einem Text, den wir gerne unten abdrucken und zum Anhören gibt es einen Link... Es ist so traurig, dass wieder die Buchstaben des Gesetzes wichtiger als Menschlichkeit und Kindeswohl sind... 

 Österreich ist schön (Franzobel) (lyrikline.org) 

Statement des Bundespräsidenten

Liebe Österreicherinnen und Österreicher und alle Menschen, die hier leben!

Heute Nacht sind mehrere Familien mit minderjährigen Kindern abgeschoben worden. Das macht mich zutiefst betroffen. Ich kann und will nicht glauben, dass wir in einem Land leben, wo dies in dieser Form wirklich notwendig ist. Wir müssen einen Weg des menschlichen, respektvollen Umganges miteinander finden. Gerade, wenn Kinder die Hauptleidtragenden sind.

Ich habe in diesem Fall keine formale Zuständigkeit, aber sehr wohl eine klare Haltung.

Um es sehr deutlich zu sagen: Jedes Staatsorgan muss selbstverständlich auf Basis der geltenden Gesetze handeln. Ich kenne die Akten der Verfahren nicht. Aber: Hätte es nicht einen rechtlichen Spielraum gegeben? Was ist mit den Kinderrechten? Wurden die Kinder ausreichend gehört?

 

Meine Damen und Herren!

Ich weiß, viele teilen diese Haltung: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Menschen aus der Wirtschaft, aus den Gewerkschaften, Landespolitikerinnen und -politiker, Bischöfe und Pfarrer, auch der Papst. Und vor allem Schulkolleginnen und Schulkollegen, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und natürlich viele Bürgerinnen und Bürger.

Österreich war immer stark, wenn wir das Miteinander in den Vordergrund gestellt haben. Wenn es menschliche Lösungen gab. Wenn Vernunft, Augenmaß und Menschlichkeit Richtschnur unseres Handelns waren. Das gilt auch für alle, die von der Corona-Pandemie schwer betroffen sind, aber eben auch für gut integrierte Kinder.

Behalten wir das auch in Zukunft bei. Sehen wir das Menschliche zuerst. Geben wir nicht auf, für diese Werte einzustehen. Und ich appelliere an alle, die hier Verantwortung tragen:

Geben wir dem Wohl von Kindern und Jugendlichen Vorrang.

Vielen Dank.

Alexander Van der Bellen (28.01.2021)

Gedanken von Dominik Waltl...

Wir sitzen in dieser Krise nicht alle im selben Boot. Manche fahren im Kreuzfahrtschiff durch den Sturm, manche im löchrigen Ruderboot. Für einige hat sich existenziell gar nicht viel geändert. Sicher darf man viele Sachen nicht machen, aber viele müssen (noch) keine Angst haben, dass sie alles, was sie sich aufgebaut haben, verlieren. Manche regen sich auf, dass man nur mehr arbeiten darf und sonst nichts, manche würden sich freuen arbeiten zu dürfen.

Aber mit jeder Woche Lockdown werden es mehr, bei denen es knapp wird und das werden dann auch die, die bis jetzt im Börserl keine große Veränderung gehabt haben, spüren. Die Corona-Hilfen greifen bei vielen auch nicht so gut, wie sie sollten. Ich habe in letzter Zeit öfter gelesen: "Ja, die wären ja sowieso pleite gegangen", aber machen wir es uns damit nicht zu einfach? Wir sprechen ja viel von Solidarität, also zusammenhalten und die Maßnahmen brav einhalten. Aber diese Solidarität (Maßnahmen) bringt viele Menschen existenziell und psychisch in Bedrängnis und in manchen Fällen zum Selbstmord.

Dann sind wir ja eigentlich nur einseitig oder nicht wirklich solidarisch. Ein paar bleiben einfach auf der Strecke und wir billigen das oder reden es uns schön. Fair wäre es, wenn alle verzichten müssten, dann wäre die Belastung ertragbar aufgeteilt und wir würden alle vom selben Standpunkt aus versuchen die Krise zu meistern. Das ist natürlich ein weltfremder Gedanke. So wie es jetzt läuft, spaltet sich die Gesellschaft immer weiter in Maßnahmen-Befürworter und -Gegner, in Gewinner und Verlierer, in Leute, für die danach alles gleich bleibt und in Leute, die wieder von vorne anfangen dürfen.

P.S. : Bitte hören wir auf, pauschal alle, die etwas gegen die Maßnahmen sagen, als Spinner, Covidioten und Gefährder abzustempeln und uns sogar über sie lustig zu machen. Wir drängen diese nur noch weiter an den Rand. Je mehr Leute ins Extreme gedrängt werden, desto mehr werden wir in Zukunft für diese Spaltung büßen müssen.

(DANKE an Dominik für deine Gedanken und diesen Text, der meiner Meinung nach sehr gut beschreibt, wie es im Moment in unserer Gesellschaft aussieht und DANKE, dass wir sie veröffentlichen dürfen! Simone Schneider)

Themen mit Knalleffekt

(ein Kommentar von Simone Schneider)
Es gibt so Themen, mit denen kann man sich nur ins Fettnäpfchen setzen. Egal, welche Meinung man äußert, die eine Hälfte der Bevölkerung wird begeistert zustimmen, die andere Hälfte wird heftig dagegen argumentieren. Die Sympathiepunkte, die man bei den einen gewinnt, verliert man sofort bei den anderen. Denken wir doch einfach mal an Themen wie Hundehaltung, Kindererziehung, Coronabestimmungen, Rauchen oder Wassergebühren. Mit sicherer Hand hat nun auch die Gemeinde St. Ulrich wieder ein solches Diskussionsthema in die Welt gesetzt, an dem sich die Geister gerade scheiden.

Während die Gemeindeführung einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger richtet, aus Gründen des Tier- und Umweltschutzes heuer auf Silvesterfeuerwerke zu verzichten, wollen sich andere – gerade nach diesem Jahr der ausgefallenen Feste und Vergnügungen – den Spaß nicht verderben lassen. Auch die Tiroler Bauern sind gegen Lärm und Luftverschmutzung und bitten auf Facebook um „leise“ Silvesterbräuche: „Während sich Menschen am Silvester-Feuerwerk erfreuen, steht vielen Tieren eine schlimme Nacht bevor: Tödliche Unfälle, Panik & Nahrungsverweigerung sind die Folge. Zudem setzen Feuerwerkskörper Feinstaub frei & der Müll bleibt zurück in der Natur“. Christoph Staffner, Vertreter der Nuaracher Demokraten, verweist auf ein Beispiel aus der Karwendelregion. Denn auch der Bürgermeister der Gemeinde Jenbach sieht das ähnlich wie die Bauernschaft und nimmt sein Recht in Anspruch, jegliches Abfeuern von Raketen in seinem Ort zu verbieten: „(…) das Abfeuern von Feuerwerkskörpern der Klasse F2 ist in unserer Gemeinde heuer auch zu Silvester nicht gestattet. Ich bitte dafür um Verständnis. (…) Die Männer und Frauen unserer Freiwilligen Feuerwehr, aber auch anderer Einsatzorganisationen sind bei Einsätzen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt und dies zum bloßen Vergnügen in Kauf zu nehmen, ist nicht vertretbar. Viele Besitzer von Hunden und Katzen haben dieses Jahr aufgrund des verordneten Lockdowns nicht die Möglichkeit, in Regionen auszuweichen, an denen ihre Tiere besser vor dem Lärm der Feuerwerkskörper geschützt sind und es kann in niemandes Interesse sein, Haus- und Nutztiere unnötig großem Stress auszusetzen“.

So radikal möchte unsere Bürgermeisterin nicht vorgehen und hofft nun auf die Vernunft der Nuaracherinnen und Nuaracher: „Verzichten wir auf Feuerwerke und Pyrotechnik und starten besinnlich in ein neues Jahr 2021“. Doch wie reagieren die Angesprochenen auf die Bitte der Gemeinde? Sie erinnern daran, dass in den Sommermonaten jeden Mittwoch ohne jegliche Kritik der Gemeindevertreter ein Feuerwerk durchgeführt wird und bemängeln nun die Doppelmoral der Verantwortlichen: „Den ganzen Sommer über ist Seeleuchten und ein Feuerwerk danach, und da sagt keiner was wegen der Ruhe und den Tieren usw. Und dann soll es am 31.12. (1 Tag im Jahr) verboten werden?? Sinnlos“ oder „Hauptsache im Sommer wöchentlich Seeleuchten der Umwelt und Tieren zuliebe“ und „do sog koa Sau wos owa do datn se se aufspuin haha“. Tja, wieder ein Thema, das man von zwei Seiten betrachten kann und daher hat man sich im Gemeindeamt mal wieder keinen Gefallen getan, das Thema Feuerwerk gerade in Nuarach zu diskutieren.

Wer an Silvester nicht böllern darf oder es aus Achtung vor Mensch, Tier und Natur nicht tut, der wird auch in der Sommerzeit nicht glücklich über bunte und laute Raketen am See sein – oder gibt es da keine Tiere? Nicht falsch verstehen, es gibt Studien, die das Feinstaubaufkommen als gering einstufen und die Abgase der Zuschauerinnen und Zuschauer beim Seeleuchten verschmutzen die Umwelt sicherlich mehr… zudem sind an den Mittwochabenden Fachleute am Werk, die nicht für zusätzliche Einsätze der Feuerwehr oder Rettungsdienst sorgen. Trotzdem wurde nun eine Diskussion losgetreten, die man sich im Tourismusgebiet Pillerseetal hätte sparen können. Ich sehe schon die nächste Online-Petition kommen und dann sind wieder die Initiatoren die Bösen…

Warum nicht mal einen Blick über die Grenze wagen? Eine interessante Alternative hat man sich nämlich im Allgäu ausgedacht. Mit Kuhglocken statt Böllern wollen die Initiatoren das neue Jahr einläuten, denn 2021 solle „nicht klanglos beginnen“. Das wäre doch auch was für die kommende Sommersaison: „Seeläuten“ statt „Seeleuchten“. Nur so als Idee, damit es nachher nicht heißt: „Dagegen sein kann man leicht, aber eigene Vorschläge hat keiner“. Aber wie gesagt, es gibt so Themen, da kann man nur ins Fettnäpfchen treten…

PS: Das Feuerwerk kommt übrigens aus China… und das sollte uns jetzt wirklich nachdenklich stimmen! Holländer brachten es dann nach Europa, wo man mithilfe des Spektakels böse Geister (oder waren es Journalisten? Oder Politiker?) vertreiben wollte. Kaiser Maximilian I. (ein Habsburger) ließ das erste Feuerwerk aufführen und er war sich des Risikos offenbar bewusst – der Wahlspruch des „letzten Ritters“ lautete Per tot discrimina rerum („Durch so viele Gefahren“), aber das nur nebenbei… Im Mittelalter verwendeten die Menschen Pauken, Trompeten und Glockengeläut (!), um sich vor den Schergen des Teufels und bösen Geistern im neuen Jahr zu schützen – die BMK und unsere Bauern könnten also aushelfen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist es Brauch, zum Jahreswechsel Raketen und Böller zu zünden. Hauptsache, wir übernehmen nicht die Gepflogenheiten der Amerikaner, denn in vielen Landesteilen der USA ist es üblich, um Mitternacht mit Schusswaffen in die Luft zu schießen. 

Ein Leserbrief von Christoph Staffner, 10.12.2020:

Was passierte mit den Wassergebühren-Überschüssen?

In der aktuellen Ausgabe der Dorfzeitung versucht Finanz-Gemeinderat Klaus Pirnbacher die Menschen zu beruhigen: „Die Gemeinde sei ja bestrebt seine Bürger so wenig wie möglich zu belasten.“ Einen konkreten Betrag für die Wassergebühren 2021 nennt er nicht und eine so vage Aussage beruhigt niemanden. Weiters wünscht sich Pirnbacher in seinem Kommentar einen „fairen und faktenbasierten Dialog“ bei diesem Thema. Während der öffentlichen Sitzung mokiert sich der Gemeinderat über die Petition und mich, aber gleichzeitig fordert man einen fairen Dialog. Widersprüchlich, doch ich freue mich über die Einladung zur öffentlichen Diskussion.

Bei den aufgelisteten Finanzierungsquellen für das notwendige 2. Standbein der Trinkwasserversorgung fällt eines auf: die Wassergebühren-Rücklagen fehlen. Bei Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll dürfen die Gemeinden bis zum doppelten des Jahresbedarfs einnehmen.[1] Die Gemeindeführung hält dieses „doppelte Äquivalenzprinzip“ ein – zumindest 2020. Diese Gebührenüberschüsse dürfen laut Verfassungsgerichtshof nicht in den allgemeinen Haushalt fließen, sondern müssen innerhalb von 10 Jahren im weitesten Sinne für den vorgesehenen Zweck eingesetzt werden.[2] So dürfen die Wassergebühren-Überschüsse zum Beispiel für eine Straße zu einem Trinkwasserbrunnen verwendet werden. Um den zweckmäßigen Einsatz der Gebührenüberschüsse sicherzustellen empfiehlt es sich Rücklagen zu bilden. Hat unsere Gemeindeführung Rücklagen aus den Wassergebühren gebildet? Nein, zumindest finden sich im Voranschlag 2020 keine solchen Haushaltsrücklagen.[3] Die Gretchen-Frage lautet nun: Wie hoch waren die Wassergebühren-Überschüsse der vergangenen 10 Jahre und was ist mit dem Geld passiert?

Eine unangenehme Frage! Es könnte nämlich herauskommen, dass genug Wassergebühren-Überschüsse übrig sein müssten um das 2. Standbein der Trinkwasserversorgung auch ohne Gebührenerhöhung zu finanzieren. Neben der politischen Brisanz birgt die Frage auch eine rechtliche Brisanz: Wenn die Wassergebühren-Überschüsse dauerhaft der Wasserversorgung entzogen wurden, dann handelt es sich um eine „Steuer ohne Rechtsgrundlage“ und das würde die Gemeinde zwingen, die zu viel verlangten Gebühren an die Bürgerinnen und Bürger zurückzuzahlen.[4]


Die Gemeindeführung sollte sich die letzten 10 Jahresabschlüsse ansehen und nachrechnen wie hoch die Wassergebühren-Rücklagen sein müssten. Wenn die Gemeindeführung die Bürger wirklich so wenig wie möglich belasten will, dann fügt sie diesen Betrag der Finanzierung des 2. Standbeines der Trinkwasserversorgung hinzu.


[1] § 17 Abs. 3 Z 4 FAG 2017
[2] VfGH B462/2013 u.a., VfGH B 260/01
[3] Gemeinde St. Ulrich am Pillersee Voranschlag 2020, Nachweis über Haushaltsrücklagen und Zahlungsmittelreserven in Anlage 6b
[4] Hrsg. Landesrechnungshof Tirol: Querschnittsprüfung Gemeindeabgaben, Seite 28

Verlosung Christbäume

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Trotz Corona-Beschränkungen hat es Bürgermeisterin Brigitte Lackner auch dieses Jahr wieder geschafft, die heimischen Dienstleister und Gewerbetreibenden zu einer Christbaum-Spende zu motivieren. Über 100 Bäume können so an Nuaracher Familien kostenlos abgegeben werden. Die Verlosung begeisterte in der Vergangenheit immer wieder und es ist ein großes Lob wert, dass dies auch heuer wieder möglich ist. 

Auf der FACEBOOK-Seite der Gemeinde wird bekannt gegeben:

Noch drei Tage kann das Glückslos beim Gemeindeamt abgegeben und somit die Chance auf den Gewinn eines Christbaums ergriffen werden.
Verlost werden die Bäume, die von der Nuaracher Wirtschaft gesponsert wurden, am Donnerstag um 11.00 Uhr - live zu sehen via Facebook-Livestream.

Auf der FACEBOOK-Seite der Gemeinde wird leider NICHT bekannt gegeben:

Warum wurde ein Termin für die "Live"-Verlosung gewählt, an dem die meisten Bürgerinnen und Bürger arbeiten und vor allem die Kinder, die in den vergangenen Jahren immer für ihre Familien mitgefiebert haben, aufgrund ihres Schulbesuchs zu dieser Zeit von der Veranstaltung ausgeschlossen sind? Es ist so schade, dass sie diesmal nicht dabei sein können! Ob diese Terminfestsetzung am Vormittag mit absehbar sehr geringer Sehbeteiligung im Sinne der spendierenden Unternehmen ist, darf auch bezweifelt werden...

Zahl der Todesfälle sehr hoch 

Die Zahl der Todesfälle in der Mitte des Monats Mitte November ist so hoch wie seit 42 Jahren nicht mehr

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Die Corona-Pandemie fordert viele Todesopfer – das kann man in der offiziellen Sterbefallstatistik (Statistik Austria) nachlesen. Im Zeitraum vom 16. bis 22. November wurden in Österreich 2431 Todesfälle gemeldet. In einer einzigen Woche sind seit dem Jahr 1978 nicht mehr so viele Menschen verstorben. Für die 47. Kalenderwoche 2020 sind das 58 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. 

Das sind leider nicht nur Zahlen, das sind Schicksale von Familien. Wir alle können etwas dazu tun, diesen traurigen Trend zu stoppen. Auch wenn das Tragen der Maske oft lästig ist und man nicht immer an den "Babyelefanten" denken möchte - Corona zu verharmlosen oder sogar zu leugnen wird uns nicht aus der Krise bringen! 

Na sowas!? Wahl verloren wegen Wassergebühren

Bürgermeisterin ohne Gegenkandidaten scheitert bei Wahl


Ein Kommentar von Simone Schneider

Wie selbst der ORF berichtete, kam es kürzlich in unserem Nachbarland zu einem kuriosen Wahlausgang: In der badischen Gemeinde Fröhnd fiel – und dies ohne jeden Gegenkandidaten – Amtsinhaberin Tanja Steinebrunner bei der Bürgermeisterwahl durch.
Und das kam so: Der Großteil der Wähler und Wählerinnen schrieb einfach den Namen eines Gemeinderats auf den Stimmzettel, der gar nicht kandidiert hatte. Der Grund ist der Unmut in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde mit knapp 500 Einwohnerinnen und Einwohnern über die gestiegenen Trinkwasserpreise.

Wie kann man sich nur so aufregen, nur weil das kostbare Wasser ein wenig teurer wird? In Tirol könnte das sicher nicht passieren… obwohl, da soll es ja eine an eine Bürgermeisterin gerichtete Online-Petition geben, bei der Bürgerinnen und Bürger in einer kleinen Gemeinde im Pillerseetal gegen eine Erhöhung ihrer Wassergebühren unterschreiben können… Ob also die anstehende Beschlussfassung des Gemeinderats im Dezember auch wahlentscheidend werden könnte? Das wäre ja… wie Wasser, also geschmacklos und allzu durchsichtig.

Übrigens: Am Sonntag wird in der kleinen deutschen Gemeinde neu gewählt, diesmal stellen sich gleich zwei Gegenkandidaten der amtierenden Bürgermeisterin entgegen.

+++ UPDATE 22.11.2020: Im heutigen Wahlgang erhielt die Bürgermeisterin rund 25 Prozent, einer ihrer Gegenkandidaten, der noch nie im Gemeinderat oder  ansonsten politisch aktiv war, konnte rund 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger überzeugen und ist nun neuer Bürgermeister in Fröhnd. 

Gemeinderat tagte ohne Zuschauer - Corona bedingt - nur Presse erlaubt

ein Kommentar von Simone Schneider*


Zitate aus der 54. und denkwürdigen Sitzung des Gemeinderats am 19.11.2020, bei der übrigens nur die beiden Pressevertreterinnen Maske trugen und überhaupt das Thema „Corona“ keinen hohen Stellenwert einnahm…
 
·       Es ging um die Wassergebühren im Vergleich zu den Nachbargemeinden:
„Wir haben ein großes Gebiet, daher hohe Leitungskosten“
·       Es ging um den Tagesordnungspunkt 7 (Klage Vorkaufsrecht Leo Waltl):
„ich stelle den Antrag die Öffentlichkeit auszuschließen, da sich Medien instrumentalisieren lassen“
·       Es ging um eine Stoßlüftung nach einer halben Stunde Sitzungszeit:
„Das ist nicht nötig“
·       Es ging um den vom Land wegen der COVID19-Bestimmungen abgesagten Lokalaugenscheins in Strass:
„Das ist ein Wahnsinn“, Firmen arbeiten auch“, „Land verhindert Projekte“.
·       Es ging um die Wassergebühren:
„Bei einer vierteljährlichen Abrechnung kann man die Gebühren bei jeder neuen Vorschreibung ändern“
·       Es ging um die Online-Petition zu den Wassergebühren:
„bodenlose Frechheit“, „maßlose Frechheit“, „Nonsens“, „kein Verständnis“, „sitzt zweimal in einer Gemeinderatssitzung und meint, er hat die Weisheit mit Löffeln gegessen“, „beim Vorkaufsrecht genauso“, „alles sehr bedenklich“, „Falschwissen wird als Wahrheit verkauft“, „Polemik hoch drei“, „riecht nach Wahlkampf“, „vielleicht nicht mehr öffentlich im Gemeinderat über Gebühren diskutieren“, „neue Partei macht Wind“, „banaler Zugang der Leute“

Da die Tagesordnungspunkte 7 und 11 unter Ausschluss der Öffentlichkeit – also auch der Presse – beraten und beschlossen wurden, erfolgte folgende Verabschiedung:
in Richtung NUARACHER NACHRICHTEN: „Servus“, in Richtung KITZBÜHELER ANZEIGER: „Du kennst dich jetzt aus, oder?“ 

* (Verweis auf die Definition eines Kommentars im Gegensatz zum Bericht)

Zur Information:

Der Gemeinderat von Hochfilzen hat in seiner Sitzung am 16.November 2020 einstimmig unter anderem nachstehende Gebühren-/Abgabenänderungen beschlossen: … Wassergebühr (ab nächster Ablesung) je m3  bisher: 0,54 €, ab Jahr 2021: 0,55 € …

Wasser wird 45 Prozent teurer

Wasser ist unser höchstes Gut, unser Leben, unsere Gesundheit und ein hochemotionales Thema – ein Kommentar von Simone Schneider

Ein europäischer Politiker meinte einmal: „Wir horchen staunend auf, wenn eine Nasa-Sonde Wasser auf dem Mars entdeckt haben soll - aber wir haben verlernt zu staunen über das Wasser, das bei uns selbstverständlich aus dem Hahn fließt“.

Wie wahr, denn Wasser ist lebenswichtig und erfährt leider nicht immer die Wertschätzung, die es verdient. Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Österreichs Privathaushalten beträgt rund 135 Liter pro Tag und Kopf. Das bedeutet für einen Vier-Personen-Haushalt etwa 200 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Die Wassergebühr ist Gemeindesache und jede Gemeinde legt diese selbst fest. 


In Nuarach liegt der Betrag derzeit bei € 1,10 pro Kubikmeter für verbrauchtes Wasser. Das heißt, dass eine Familie jährlich im Durschnitt € 220,- zahlt, wenn man den angegebenen Verbrauchswert des Ministeriums für Landwirtschaft zugrunde legt. Gut, dies sollte den Bürgerinnen und Bürgern ihr Wasser schon wert sein. Trotzdem eine hohe Summe – insbesondere wenn man mal die Kosten für Wasser in den Nachbargemeinden vergleicht:

In Waidring zahlt ein Haushalt pro Kubikmeter lediglich € 0,66, in Fieberbrunn € 0,62, in Hochfilzen müssen nur € 0,60 gezahlt werden und in St. Jakob verlangt die Gemeinde günstige € 0,52 – also weniger als die Hälfte des Preises, der in Nuarach flüssig gemacht werden muss.


Nachdem am 29.07.2019 der Lastalbach bei einem Unwetter mit extremem Starkregen über Nacht die Stollenquelle samt der Brunnenstube unterspülte und eindrückte, kam der Wasserausschuss der Gemeinde zum Entschluss, dass „ein zweites Standbein für die Wasserversorgung der Gemeinde St. Ulrich am Pillersee unumgänglich“ sei. Also wurden Probebohrungen für einen Tiefbrunnen in Auftrag gegeben. Dazu die Bürgermeisterin im Herbst 2019: „Die Erbauung des Tiefbrunnens ist erstens für die weitere Generalsanierung der Hauptversorgung - Stollenquelle Lastal - vonnöten und zum Zweiten trägt dieses epochale Bauprojekt außerdem für eine hundertprozentige Gewährleistung der Wasserqualität für viele Generationen bei!“. 

Dieses „epochale“ Bauprojekt hat natürlich seinen Preis – rund 1,2 Millionen Euro wird der neue Trinkwasserbrunnen kosten. So also stand das Thema auf Punkt 10 der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 22.10.2020 und unter 10.3. wurde über „Finanzierung- mögliche Varianten“ diskutiert. Dabei ging man von einem wesentlich geringeren Verbrauch als das zuständige Ministerium aus, denn in Nuarach verbraucht ein Haushalt wohl nur 100 Kubikmeter im Jahr. 


Logisch, Wasser kostet ja auch hier mehr als sonst irgendwo im Pillerseetal. Dann wurde erklärt, dass man für den „epochalen“ Bau ein Darlehen von einer halben Million Euro benötige, die Kosten dafür aber auf die Verbraucher umlegen könne. 

Pro € 100.000,- Kreditsumme könne man 10 Cent raufgehen, also wäre eine Preissteigerung von € 0,50 pro Kubikmeter Wasser für die nächsten zehn Jahre (Laufzeit des Darlehens) denkbar. Das würde dann eine durchschnittliche Erhöhung der Wasserkosten um satte 45 Prozent von 110,- auf 160,- Euro jährlich für die Nuaracherinnen und Nuaracher bedeuten – wenn man tatsächlich nicht doch so viel verbraucht wie der österreichische Durchschnitt, dann nämlich zahlt man in Nuarach statt € 220,- im kommenden Jahr € 320,-.


Oder anders ausgedrückt: Haushalte in St. Ulrich zahlen zukünftig mehr als dreimal so viel als eine Familie in St. Jakob. Diesen Vorschlag fanden die Gemeinderätinnen und -räte am Donnerstag sehr überzeugend und so wurde der Antrag einstimmig angenommen.


Der österreichische Förster und Naturforscher Viktor Schauberger meinte in den 1959er Jahren: „Irgendwann in diesem Jahrhundert wird eine Flasche mit reinem Wasser mehr kosten als eine Flasche Wein“. Nun, so ganz hat er nicht Recht behalten, aber Nuarach wird es bald schaffen, dass seine Sorge um die Kosten für Wasser Realität wird. Aber auch da hatte Bürgermeisterin Brigitte Lackner bereits eine Idee. Sie meinte scherzhaft, man könne ja „Steinberger Wasser“ aus dem neuen Trinkwasserbrunnen in Flaschen abfüllen und daraus eine lukrative Marke machen. Oder war das gar kein Scherz? Nicht so lustig werden es sicher die Familien finden, wenn sie für Wasser in Zukunft zwischen 50 und 100 Euro mehr zahlen müssen. Aber auch dafür gibt es ein passendes Zitat von Naturfreund Schauberger:


„Stille deinen Durst mit Wasser, deinen Wissensdurst mit Informationen und den Durst deines Gewissens mit Wahrheit“. 

Weitere Erläuterungen für Interessierte zur Erhebung von Gebühren:

Der Gesetzgeber sagt, dass bei der Festsetzung der Gebühren der jährliche Ertrag aus der Wassergebühr nicht höher sein darf als jene Summe, die die Gemeinde benötigt, um zwei Jahre lang die Anlagen zur Wasserversorgung erhalten und betreiben zu können und auch allfällige Errichtungskosten zu verzinsen und zu tilgen. Laut der Zeitschrift „Konsument“ erwirtschafteten die Gemeinden mit Gebühren aus den Bereichen Wasser, Abwasser und Müll mitunter erhebliche Überschüsse und verwenden diese Überschüsse teilweise für gebührenfremde Zwecke. Im Gegenzug finanzieren sie anstehende Investitionen in die Wasser– und Abwasserinfrastruktur über Fremdkapital. Durch diese Vorgangsweise müssen die Gebührenzahler einerseits die Überschussentnahmen für Zwecke des allgemeinen Haushalts tragen, andererseits auch die gesamten Finanzierungskosten von fremdfinanzierten Vorhaben. Dies beanstandet der Bundesrechnungshof immer wieder.