Unsere Meinung - 

Eure Meinung

Hier ist der Platz für Kommentare der NUARACHER NACHRICHTEN, aber auch für Leserbriefe oder Meinungsäußerungen der Leserinnen und Leser.

„Nicht jene, die streiten sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

(Kommentar von Simone Schneider)

Liste WIR kontrolliert die Finanzen der Gemeinde… 

…und Listenführer WIR (Finanzverwalter Klaus Pirnbacher) kümmert sich um die Finanzen der Gemeinde 

Während der Finanzverwalter einer Gemeinde (aus gutem Grund) nicht dem Überprüfungsausschuss angehören darf, ist es natürlich möglich, dass die Mitglieder einer politischen Gruppierung, die genau dieser Gemeindemitarbeiter leitet, im Ausschuss sitzen und über sein Gebaren urteilen.
Dass diese Liste allerdings in Nuarach auch den Obmann und den Stellvertreter in diesem Kontrollgremium stellt, stößt der Opposition sauer auf.


Hier noch mal die Verordnung in Auszügen zum Nachlesen: 
 
Der Gemeinderat hat aus seiner Mitte einen Überprüfungsausschuss zu bestellen. Der Bürgermeister, der (die) Bürgermeister-Stellvertreter, sonstige zur Anordnung Bevollmächtigte, der Amtsleiter, der Finanzverwalter und Kassenbedienstete dürfen dem Überprüfungsausschuss nicht angehören (§ 109 Abs. 1 TGO). 
Der Überprüfungsausschuss ist ein besonderer Ausschuss, dessen Einrichtung zwingend vorgeschrieben ist und dessen Aufgabenbereich vom Gesetz genau geregelt wird. Er ist für die gesamte Funktionsperiode des Gemeinderates einzurichten. 
Der Überprüfungsausschuss ist ein Kollegialorgan und besteht aus mindestens drei Mitgliedern einschließlich des Obmanns. Daraus folgt, dass die einzelnen Mitglieder nicht von sich aus tätig werden können, sondern nur im Rahmen der vom Obmann einzuberufenden Sitzungen bzw. im Auftrag des Ausschusses. Die Anzahl der Ausschussmitglieder wird durch den Gemeinderat festgesetzt. Der Gemeinderat kann auch bestimmen, dass für die Ausschussmitglieder Ersatzmitglieder vorzusehen sind. Ersatzmitglieder des Gemeinderates dürfen dem Überprüfungsausschuss nicht angehören (§ 24 Abs. 2 TGO). Die Besetzung des Überprüfungsausschusses erfolgt nach dem Grundsatz der Verhältniswahl, das heißt, der Überprüfungsausschuss ist nach der verhältnismäßigen Stärke der Gemeinderatsparteien zu wählen (vgl. § 83 Abs. 1 TGWO 1994). 
1.3 Prüfungsziele und Prüfungszweck 
Das Ziel der Prüfungen und Kontrollen besteht in der Feststellung der Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit, Sparsamkeit und Richtigkeit der Gebarung sowie der Einhaltung der Gesetze und sonstigen Vorschriften. Der Überprüfungsausschuss soll seine Tätigkeit objektiv wahrnehmen. 
Hauptziel der Prüfungen/Kontrollen - Feststellung der 
• Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit 
• Richtigkeit der Gebarung 
• Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften 
• Aufzeigen von Fehlern und Abweichungen 
• Unterbreitung von Verbesserungsvorschlägen u. Empfehlungen 

Wir haben gut gewählt 

Leserbrief vom 29.03.2022

"Wir Nuaracher kennen mehr oder weniger alle Kandidaten, die sich der letzten Gemeinderatswahl gestellt hatten. Vermutlich deshalb haben wir bei der Stichwahl so gewählt, dass nicht alle Macht in einer Hand ist. Und das war gut so, denn der Kandidat der stärksten Liste hat uns sehr schnell bei der konstituierenden Sitzung jenes Gesicht gezeigt, welches er während der Wahlwerbephase gut verbergen konnte. Mich schaudert es, was er wohl mit uns angestellt hätte, wenn er ohne starke Kontrolle durch den Gemeinderat agieren hätte können.
Vom neuen Bürgermeister wissen wir noch nicht, wie er mit umfassender Macht umginge. Zum Glück wird er auf Grund unseres Wahlverhaltens von einer starken Fraktion kontrolliert. Somit kann er zeigen, wie geschickt er diesem Gegenwind entgegenzutreten imstande ist. Das kann ihm allerdings nur dann gelingen, wenn er die Gemeinde zum Wohle der Bürger zu führen bereit und imstande ist. Und ich bin mir sicher, denn so gut kenne ich die Mandatare hinter Klaus, dass diese, wenn sich die erste Überraschung über das Wahlergebnis gelegt hat, das Wohl der Bürger weit vor jeden Fraktionszwang stellen und damit das Richtige tun wollen.
Also kann ich uns Wählern nur gratulieren und den neuen Gemeinderäten wünschen, dass es ihnen auch gelingt, uns Nuaracher weiterhin voranzubringen."

Leo Waltl

Politik nach „Pippi-Langstrumpf“-Prinzip:
„Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“

Leserbrief vom 26.03.2022

„Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“ (Zitat von Abraham Lincoln)

Man muss sich schon wundern wenn man sich die Ergebnisse der ersten, konstituierenden Gemeinderatssitzung in Nuarach genauer anschaut. Bei der Zusammensetzung des neuen Gemeinde-Vorstands muss was falsch gelaufen sein oder war das vielleicht Absicht? Wie kann es sein, dass im Vorstand der Gemeinde, mit Ausnahme des Bürgermeisters, ausschließlich Gemeinderäte von der Liste „WIR“ vertreten sind? Zudem wurde der Vorstand auch noch, mit den Stimmen der WIR-Liste, verkleinert anstatt ihn, aufgrund der Anzahl der im Gemeinderat vertretenden Listen, zu vergrößern. Meinungsvielfalt unerwünscht? Hat nicht der unterlegene Bürgermeister-Kandidat von eben dieser Liste mehrfach im Wahlkampf gesagt, das die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Listen im Gemeinderat von der 1. Sitzung an sehr wichtig ist?
Oder kann es sein, dass der Verlierer der Bürgermeister-Stichwahl seine Niederlage nicht akzeptieren will und sich womöglich denkt, die Gemeindepolitik so, nach seinen Vorstellungen, die nächsten 6 Jahre zu gestalten?
Auf eine Frage eines Gemeinderates warum denn der Vorstand verkleinert würde, bekam er vom unterlegenen Bürgermeister-Kandidaten die Antwort, das im Vorstand ja die „wichtigen Sachen“ entschieden würden! Wie bitte? Ist es etwa möglich, dass er im Vorstand bei den „wichtigen Entscheidungen“ in Zukunft „nicht gestört“ werden möchte?
Gibt es da vielleicht ein mangelndes Demokratieverständnis? Glaubt der Zweite der Bürgermeister-Stichwahlen wirklich, damit die Interessen der Nuaracher Bürger zu vertreten? Oder ist es nur gekränkte Eitelkeit? Und sollte sich immer noch jemand fragen, ob die Wähler „dumm“ waren, als sie bei der Bürgermeister-Stichwahl ihr Kreuz machten, keine Sorge, ich glaube, sie wussten sehr genau, warum sie genau so entschieden haben!
Mit freundlichen Grüßen
B.F.
(vollständiger Name des Verfassers dieses Leserbriefs ist der Redaktion bekannt)

Junger Familienvater möchte sich engagieren

Der Nuaracher Dominik Waltl, der vielen auch von seinen Auftritten als Musiker bekannt ist, möchte sich und seine Vorstellungen in den kommenden sechs Jahren im Gemeinderat seines Heimatorts einbringen. In einem Text beschreibt er , was ihn dazu bewogen hat:

"Liebe NuaracherInnen!
Ich weiß, dass in diesem Wahlkampf schon viel gesagt, geschrieben und um Stimmen geworben wurde. Ich hoffe ihr nehmt euch trotzdem die Zeit, meine Gründe mich politisch zu engagieren durchzulesen.
Ich will nicht für die ganze Liste „Gemeinsam für St. Ulrich“ sprechen, weil es hier nur um meine persönliche Entscheidung geht. Ich kann euch aber sagen, dass auf unserer Liste Leute stehen, die vielleicht nicht die lautesten sind, sich aber trotzdem viele Gedanken um unsere Gemeinde und die Zukunft dieser machen.
Nun aber zu meinen Gründen:
1) Ungenutzter oder kaum benutzter Wohnraum ist mir ein Dorn im Auge. Unsere Flächen sind zu wertvoll um sie an Leute herzugeben, die sie gar nicht nutzen wollen. ABER: Jeder Liste, die dieses Thema jetzt in ihrem Programm hat muss klar sein, dass die rechtlichen Mittel um den Ausverkauf der Heimat zu verhindern nicht da sind. Maximal kann man es, Stand heute, etwas erschweren. Wir müssen mit anderen Gemeinden zusammen auf Landesebene kämpfen, endlich effiziente Werkzeuge (Gesetze) zu schaffen, die es Gemeinden ermöglichen, bei diesem Thema mehr ein und durchzugreifen. 
Eins möchte ich noch betonen. Ich bin nicht gegen neue Bauvorhaben. Wenn Boden wirtschaftlich oder privat optimal genutzt wird, kann St. Ulrich davon nur profitieren.
2) Das nächste ist ein schwieriges Thema, aber eines was mich als zweifacher Familienvater betrifft. Österreich ist ein Land, dass unter den 20 Ländern mit dem höchsten Durchschnittsalter ist. Natürlich ist es hier wichtig Infrastruktur zu schaffen um das in Zukunft zu stemmen, aber unsere Kinder sollten dabei nicht vergessen werden. Es geht darum ihnen, wenn sie noch jung sind Bildungs- und Betreuungsplätze zu bieten, und wenn sie älter werden Anreize zu geben hier zu bleiben. Also Wohn und Arbeitsplätze. Wir müssen mit aller Kraft verhindern das St. Ulrich überaltert und irgendwann „ausstirbt“.
3) Während Corona hatten viele das Gefühl, dass mit unserem erwirtschafteten Geld auf Bundesebene nicht sorgsam umgegangen wird. Viel versickert in Korruption oder in Projekten die nicht durchdacht sind. Ich möchte auf Gemeindeebene schauen und mitdiskutieren, dass das Budget, dass naturgemäß immer zu knapp ist, optimal für St. Ulrich genutzt wird.
4) In diesem Punkt möchte ich noch erklären, warum ich genau zur Liste „Gemeinsam für St. Ulrich“ dazu gegangen bin. Ich wollte einer Liste beitreten, die nicht zu sehr in Richtung einer Bevölkerungs- oder Interessensgruppe tendiert, sondern versucht alle gleichermaßen unter einen Hut zu bringen. Wir sind mittlerweile viele Leute mit vielen verschiedenen Ansichten und es nützt nichts sich zu sehr in eine gewisse Richtung zu lehnen.
5) Es leben mittlerweile viele St. Ulricher hier, die nicht hier geboren sind. Jeder, der mich besser kennt, weiß dass in meinem Bekannten und Freundschaftskreis, sogar in der Familie viele sind, die in anderen Länder geboren wurden. Ich möchte ihnen eine Stimme geben und Bewusstsein schaffen, dass fast jeder St. Ulricher „Einwanderer“ in seinem Stammbaum hat.
6) Ich will Christoph Würtl als Bürgermeisterkandidat unterstützen, weil ich finde, dass er viele Qualitäten hat, die ihn zu einem guten Bürgermeister machen würden. Er ist ruhig, man kann mit ihm alles ausdiskutieren, er ist schon erfahren, sehr belesen (was ich in vielen Diskussionen mit ihm in den Jahren gemerkt habe), und allgemein ein umgänglicher Mensch. Auch sein Wissen als Architekt würde uns meiner Meinung nach in zukünftigen Projekten von Nutzen sein.
Ich glaube nicht, dass mit Christoph als Bürgermeister, Leute das Gefühl haben müssen, dass Politik im Hinterzimmer passiert. Eines unserer höchsten Gebote ist es, zu versuchen anstehende Entscheidungen des Gemeinderats mit der Öffentlichkeit zu diskutieren und Vorteile, Nachteile und Konsequenzen offen zu legen. Dazu wollen wir einen Bürgermeistertreff am Sonntag nach jeder Gemeinderatssitzung anbieten, wo man Christoph und vielleicht anderen Mitgliedern des Gemeinderates Fragen stellen und mitdiskutieren kann. Auch soziale Medien und Gemeinderatssitzungen, die Online übertragen werden sind weitere Möglichkeiten, um Informationen zu teilen.
Vielen Dank an alle, dass ihr euch die Zeit genommen habt, meinen Text durchzulesen. Vielleicht darf ich euch ja in Zukunft im Gemeinderat repräsentieren.
P.S.: Ihr könnt mich jederzeit anschreiben, oder ansprechen, wenn ihr Fragen habt. Bitte nehmt euer Wahlrecht in Gebrauch!"

(Dominik Waltl)

Achtung – das ist eine Glosse!

(von Simone Schneider)

Glosse Definition: Eine Glosse ist ein kurzer journalistischer Text, den man meist in Zeitungen oder Internetblogs finden kann. Der Autor behandelt in einer Glosse aktuelle Nachrichten. Diese werden allerdings nicht objektiv, sondern humorvoll und satirisch verfasst. Ziel ist es, den Leser zu unterhalten und zum Nachdenken anzuregen.

Herr H. kauft sich ein Auto

Plötzlich machen sich alle in St. Ulrich Gedanken über die Mobilität. Also über das Thema, wie jemand von A nach B kommt. Nun, anscheinend betrifft mich das Wahlkampf-Thema ja nicht, weil ich noch nicht 60 bin. Nur Nuaracherinnen und Nuaracher, die vor 1963 geboren sind, haben in einem Brief erfahren, wie die Liste „WIR für St. Ulrich“ dafür sorgen will, dass man als älterer Mensch zum Arzt oder ins Fachgeschäft kommt. Die Jugend wird sich kümmern, heißt es. Aber dazu später… 

Nun, ich kenne jemand, der seinen 60sten Geburtstag bereits feiern durfte und nun laut Brief Anspruch auf Hilfe hat. Herr H. ist zwar noch berufstätig, glücklicherweise pumperlgesund und fit, aber er wird aufgrund seines Alters zu den Senioren gezählt und darf nun bei der Wahl entscheiden, welche Transport-Idee ihm am besten gefällt. 

Nehmen wir also an, Herr H. wohnt im Waldweg und hat einen Termin beim Zahnarzt in Waidring. Mittwoch, 08:00 Uhr. Leider fährt der Bus gar nicht bei ihm in der Nähe vorbei und erst um 09:07 Uhr besteht die Möglichkeit im Zentrum in einen Bus nach Waidring zu steigen. Herr H. würde ja eine halbe Stunde Fußweg in den Ort auf sich nehmen, aber er käme trotzdem mehr als eine Stunde zu spät zu seinem Termin. Er ruft daher in der Ordination an und bittet um einen späteren Termin, den er auch nach langer Diskussion an einem Dienstag zwei Wochen später erhält. Um 11:00 Uhr! Geschafft – jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Es sei denn… nun, es sei denn, es muss nach der einstündigen Zahnhygiene doch gebohrt werden, denn dann wird er den Bus zurück um 12:22 Uhr nicht mehr erreichen – und das ist die letzte Chance zurück nach Hause an diesem Tag, wenn Herr H. nicht wieder zu Fuß vom Zentrum in den Waldweg gehen möchte (hatte ich schon erwähnt, dass der Bus nur in den Schulferien zweimal mittags von der Hauptstraße in St. Ulrich abbiegt? Also Zahnschmerzen bitte nicht im August!). 

Schauen wir uns einmal das Programm der „Nuaracher Demokraten“ an: Das gilt auch für mich, es gilt für alle Generationen. Diese Liste steht hinter Christoph Staffner und auf den Taxi-Gutschein! Und so geht es: „Anstatt weitere unausgelastete Buslinien einzurichten, fordern wir Taxi-Gutscheine mit einem Zuschuss der Gemeinde. Auf eine Karte lädt man Geld und die Gemeinde verdoppelt den Wert. Mit dieser Gutschein-Karte können die Nutzerinnen und Nutzer günstig von und nach Nuarach fahren“. Super, Herr H. ruft sich also ein Taxi und hat bereits 20,- € auf seine Taxikarte geladen. Unter anderem durch meine Steuergelder hat er nun 40,- € zur Verfügung. Und die braucht er auch: Rund 20 € kostet die einfache Fahrt zum Zahnarzt, das gleiche nochmal für die Rückfahrt. Da es nicht sehr viele Taxiunternehmen im Pillerseetal gibt, musste Herr H. zwar rund eine halbe Stunde warten…. 

Nun also zurück zur Liste „WIR für St. Ulrich“: Die Jugend hat einen Plan für „ältere und schwächere“ Nuaracherinnen und Nuaracher (also nicht für mich, aber für den junggebliebenen Herrn H.) entwickelt. Er wird für einen leistbaren Betrag Mitglied eines Vereins und dann – wann immer es gewünscht ist – zum Arzt, zum Einkaufen oder in die Kirche gefahren. Nicht ins Kino – das ist nichts für Senioren über 60, aber Gottesdienst ist wichtig… und da Herr H. evangelisch ist, muss er ja nur nach Kitzbühel… Also ist der Zahnarzt-Termin in Waidring kein Problem mehr, denn natürlich hat am Mittwoch jede und jeder Berufstätige Zeit, ihn dorthin zu fahren und rund eine Stunde später wieder abzuholen. Gar kein Problem! Die Arbeitgeber im Pillerseetal haben sicher Verständnis dafür, wenn junge Menschen es als ihre Aufgabe ansehen, andere Menschen durch die Gegend zu fahren. Da müssen Kundenaufträge schon mal warten… Am besten dann noch ein Mittagsschläfchen für die freiwilligen Chauffeure, denn spät am Abend – so der Plan – wird die junge Generation aus der Disco abgeholt, ganz nach Terminwunsch, kein Problem. 

Und was sagt „Gemeinsam für St. Ulrich“ zur Mobilität? Nun, sie setzen auf den öffentlichen Nahverkehr und wollen die Streckenführung und die Intervalle optimieren. Also auch in den Ferien, spät am Abend und am frühen Morgen für Busverbindungen in erreichbarer Nähe sorgen. Das haben schon viele versucht, aber wenn sich das nicht rechnet, machen die Busbetreiber nicht mit. Außer… man würde das Geld, das ja anscheinend vorhanden ist, für eine Subventionierung des öffentlichen Nahverkehrs einsetzen. Vielleicht hilft ja auch das Land (mit den Grünen) mit? Herrn H. (und auch mir) jedenfalls würde das gefallen… 

Ich persönlich bin nur froh, dass die Liste „Aufwind“ noch keine konkrete Idee vorgelegt hat und sich erstmal zurückhält – oder ist da schon etwas mit der Feuerwehr und den Einsatzfahrzeugen geplant? Herr H. jedenfalls kauft sich nächste Woche ein Auto!

FEUCHTGEBIET ÖTZ

Weitere Trockenlegung oder Renaturierung?

(ein Bericht von Aufsichtsfischer Michael Seeber)

Vor 45 Jahren hat man mit der Trockenlegung des Feuchtgebietes "ÖTZ" am Südende des Pillersees begonnen. Das nicht genehmigte Vorgehen wurde damals angezeigt und die Bezirkshauptmannschaft ist eingeschritten.

Es wurde eine Strafe verhängt und weiters wurde auch ein Rückbau seitens der Behörden gefordert, welcher aber nicht stattfand. Unter Auflagen wie Sandfang und Sandentnahme wurde die Sache schließlich im Nachhinein genehmigt. 

Mit diesen Drenagierungen hat man dem Feuchtgebiet die so wichtigen Lebensadern in Form der kleinen Pillersee-Zubringer genommen und stattdessen einen Bypass verpasst, was schlussendlich das sensible Gebiet um etwa 80 Prozent trockener werden ließ. Welche Folgen dies für Wassertiere, Amphibien und Millionen von wasserlebenden Insekten bedeutete, braucht hier wohl nicht separat erwähnt zu werden… 

Der Rückgang war gravierend und dürfte sich in etwa auf 90 % belaufen. Zugegeben ist es völlig verständlich, dass so lange bei umso mehr landwirtschaftlicher Bewirtschaftung auch die Fördergelder höher ausfallen, keiner auch nur daran denken wird, diesem Gebiet wieder mehr Wasser zuzuführen. Jeder sollte sich aber mal selbst fragen, was für die Natur besser ist und damit zwangsläufig auch für uns Menschen. Agiert hier eventuell die Politik nicht nach dem neuesten Erkenntnisstand? Könnten nicht dieselben Fördergelder für eine Erhaltung bzw. Wiederbewässerung ausbezahlt werden?

Leider wurde auch in den letzten Jahren wieder so in das Gebiet eingegriffen, dass auch der letzte noch quer durch die Ötz fließende wertvolle kleine Zubringer ausgetrocknet ist. Aus Sicht der Fischerei bedeutet das eine gravierende Verschlechterung der Jungfisch- und Laichhabitate Gespräche in Richtung Renaturierung sind zumindest schon mal am Laufen und es bleibt zu hoffen, dass die neue Gemeindeführung sich dieser herausfordernden Aufgabe annimmt und versucht ein sinnvolles, förderbares Vorzeigeprojekt im Sinne der Natur anzugehen.
 
Aufsichtsfischer Pillersee
Michael Seeber

Umweltschutz und/oder Hochwasserschutz?

Gefällte Bäume am Wegesrand zum Schutz vor den Naturgewalten – ein umstrittenes Thema derzeit im Pillerseetal, bei dem die Aufklärung der Bevölkerung anscheinend nicht gut funktioniert hat. Kopfschütteln bei den Spaziergängern, Aufatmen bei den Anrainern. Es geht um die Verhältnismäßigkeit und darum, dass die Erholungssuchenden nicht auf diese Veränderung der Landschaft vorbereitet wurden.

  • Meinung eines Lesers: „Bei einem Spaziergang von Straß Richtung Roßau zum Grieselbach bot sich uns ein Bild des Grauens“.


  • Waidrings Bürgermeister Georg Hochfilzer: „Der Schutz vor Naturgefahren ist ein bedeutender Faktor, damit wir auch zukünftig die Sicherheit der Bevölkerung und Entwicklungsmöglichkeiten in den Gemeinden gewährleisten können“.


  • Gespräch mit einem Nuaracher Bürger: „Musste das wirklich sein? Hätte man das nicht umweltschonender machen können?“.
  • Bundesministerin Elisabeth Köstlinger: „Die Ereignisse der letzten Wochen haben uns klar vor Augen geführt, wie wichtig unsere Projekte zum Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser sind, gerade in einem alpinen Land wie Tirol“.


  • „Hochwasserschutz – das sehe ich ja ein… Dass man aber dafür so in das Ökosystem eingreifen muss, will mir nicht einleuchten. Umweltschutz stelle ich mir anders vor“, so eine Meinungsäußerung aus der Bevölkerung.


  • Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler: „Waidring und St. Ulrich nehmen ihre Aufgaben im Naturgefahrenmanagement zum Schutz ihrer Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger vorbildlich wahr“.
  • „Ich wusste nicht, wie ich das meinem Sohn erklären soll, was hier passiert ist“, so heißt es in einer Mail an die Redaktion der NUARACHER NACHRICHTEN.


  • St. Ulrichs Bürgermeisterin Brigitte Lackner: „Das ist ein Großprojekt und ein Meilenstein für unsere Gemeinde, die damit noch lebenswerter wird.“


  • „Wir beseitigen Schwachstellen, räumen Geschiebe aus den Retentionsräumen und schaffen Räume für den Hochwasserrückhalt. Bei der Räumung anfallendes Material verwenden wir zu einem Großteil für den Bau neuer Uferbegleitdämme“, so Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft.
  • Auszug aus einem Leserbrief: „Spuren von riesigen Reifen, Bäume, die einfach irgendwie abgeschnitten oder auch ausgerissen wurden, das Gelände komplett zerstört, ganze komplette Wälder, die abgeholzt wurden, der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen einfach zerstört, wie soll man das seinem Kind erklären?“


  • Verbandsobmann Leonhard Fischer: „Es ist schön, in einem Land zu leben, wo man bereit ist, zum Schutz seines Nachbarn einen Beitrag zu leisten und wo niemand seinem Schicksal überlassen wird“ und weiter: „Wir legen ein großes Augenmerk auf die attraktive Gestaltung und ökologische Umsetzung und haben dazu eine eigene ökologische Bauaufsicht“.
  • „Kann man sowas unter dem Deckmantel Zivilschutz/Hochwasserschutz verantworten? Ich finde nicht!“, meint ein Leser aus Nuarach. 


Es geht um umfangreiche Schutzmaßnahmen auf einer Länge von 15,5 Kilometern. Zwischen Fleckenried (St. Ulrich) und Strub (Waidring) werden entlang des Grieselbachs (beziehungsweise Haselbach) bestehende Schutzdämme erhöht und neue Dämme errichtet. Zudem werden schon existierende Ablagerungsflächen geräumt und neue Retentionsräume geschaffen. 

Um die Hochwasserwelle im Unterlauf des Pillersees zu dämpfen, wird ein steuerbares Wehr errichtet, außerdem werden auch elf Brücken erhöht und zum Teil neu errichtet. Bis Weihnachten wurden die Hauptrodungen abgeschlossen. Es sind Ersatzaufforstungen vorgesehen, die ökologische Umsetzung soll laut den Projektverantwortlichen im Fokus stehen. Die Kosten belaufen sich auf 9,5 Millionen Euro, ein möglicher Schaden ohne Hochwasserschutz wird auf rund 13,5 Millionen Euro geschätzt. Im Jahr 2024 sollen rund 1000 Menschen und 121 Gebäude auf einer Fläche von 80 Hektar vor einem 100-jährlichen Hochwasser sicher sein.

ACHTUNG SATIRE! 

Ihr sucht noch ein kleines Weihnachtsgeschenk, um es geliebten, aber leider ungeimpften Mitmenschen unter den Weihnachtsbaum zu legen? Wir hätten da eine Idee… um nur € 33,50 konnte man tatsächlich bis vor Kurzem im Internet ein „Corona-Rundum-Sorglos“-Packerl mit „Infektion-Geling-Garantie“ bestellen. Da der Verdächtige aus den Niederlanden wieder auf freiem Fuß ist, dürfen Kaufwillige wieder auf Nachschub hoffen… 

Das Versprechen des geschäftstüchtigen Virenhändlers: Nach der Selbstinfektion und überstandener Erkrankung wird von den Gesundheitsbehörden eine Bescheinigung für Genesene gemäß der 2G-Regel ausgestellt. Der Inhalt des preiswerten „Corona-Kits“: Ein Röhrchen mit einer Viren-Flüssigkeit sowie ein Selbsttest! Beste Qualität, denn die Viren sollen laut Anbieter nicht älter als drei Monate sein und somit könne man sicher gehen, „dass auch die letzten Mutationen und Varianten mit dabei sind“. Super! 

Aber kleine Zweifel bleiben, daher prüft die Einheit für Betrugsbekämpfung des Finanzministeriums (FIOD) in Den Haag nun, „ob das überhaupt wirkt“, sagte ein Behördensprecher. Wäre ja noch schöner, wenn der Beschenkte gesund bleibt und alles nur Betrug ist… da muss der Staat nun wirklich einschreiten! Schließlich will man für sein Geld ja auch gute Ware erhalten, oder? 

Ja, die Holländer können nicht nur Tulpen und Coffee-Shops, sie tun auch was für Mitmenschen, die gerne krank werden, ein paar Tage in Quarantäne gehen und schwere Verläufe riskieren möchten. Dumm nur, dass sie womöglich dabei andere anstecken, die dann nicht mehr das „Corona-Kid“ bestellen?!? 

Aber auch dafür wird es bald eine Lösung geben… unbestätigten (und eventuell nur frei erfundenen) Gerüchten zufolge arbeitet der clevere Mann bereits an einer Ebola-Version und an einem Nostalgie-Paket mit Pesterregern – damit man nach der Heilung noch besser gegen Ausgrenzung geschützt ist. 

Was ist eigentlich aus den Nuaracher Bibern geworden? 

Aufsichtsfischer Michael Seeber hat ein Update geschickt:

Im vergangenen Sommer haben sie am gegenüberliegenden Ufer der sanierten Stelle in der Dorfstraße ihren Nachwuchs aufgezogen. Im Frühherbst sind sie dann von diesem Bau weitergezogen und haben mit ihren Aktivitäten vom Brunnbach zum Grieselbach gewechselt. Auch an den Seeufern und am Abfluss kann man ihre Tätigkeiten aktuell immer wieder feststellen. Am Grieselbach wandern sie weiter Richtung Fleckenried. Mit der Totholzeinbringung in den Zuflüssen, am Seeufer und Ablauf, gestalten die Tiere optimale Lebensräume für die Wassertiere am Pillersee. Im heurigen und den zwei darauffolgenden Wintern werden die Nager nun wie auch die Pillersee-Laichfische in den Laichbächen mit den Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz klarkommen müssen. Aufgrund der Reviergröße und Aktivitäten gehe ich von zwei Familienverbänden aus und vermute zwischen 10 bis 15 Tiere im Habitat. 


Aufsichtsfischer Pillersee M. Seeber
(Fotonachweis: M. Seeber)

GR-Sitzung im Lockdown 

Am 25.11. tagte zum 66. Mal in der zu Ende gehenden Periode der Nuaracher Gemeinderat 

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Keine guten Nachrichten hatte Bürgermeisterin Brigitte Lackner zu vermelden. Der plötzliche Tod von Pfarrer Santan Fernandez bewegte sie sehr und auch organisatorisch ist die Gemeinde mit dem Begräbnis des beliebten Seelsorgers am 04. Dezember sehr beschäftigt. Zudem bestimmt der Corona-Virus weiter die Vorweihnachtszeit in St. Ulrich. Der Dorfadvent wird wieder nicht live stattfinden und besonders enttäuscht war man über den Einspruch des Landesumweltanwalts: Die angekündigte Weihnachtsbeleuchtung am Pillersee ist untersagt! 

Ein Raunen ging durch die Reihen, als ein Gemeinderat bemängelte, dass die zur Wahl antretenden Listen das Thema „Tourismus“ nicht in ihren Programmen erwähnen. Noch hatten andere wohl noch keine Konzepte gesehen – und überhaupt lag der Wahlkampf bei dieser Sitzung bereits in der Luft. Frischer Wind war aber nicht zu spüren, die Beschlüsse der Tagesordnung wurden alle mehrheitlich beschlossen. Diskussion ergab sich bei zwei geplanten Kreditaufnahmen, da die Einschätzungen über die zukünftige Zinsentwicklung unterschiedlich waren. Schließlich wurde aber die Empfehlung von Finanzreferent Klaus Pirnbacher mehrheitlich angenommen. 

Ebenso abweichend der modische Geschmack: Jacken (Stückpreis rund € 200,-), die die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte als Dank für die geleistete Arbeit erhalten werden, wurden gezeigt und sowohl die Farben als auch der Schnitt der vorgeschlagenen Kleidungsstücke gefiel den Anwesenden nicht gleichermaßen… 

Ein Brief der Kindergartenleitung, der auf bestehenden Platz- und Personalmangel hinwies, kam nicht gut an und die beschriebenen Aussagen wurden an diesem Abend angezweifelt und werden genau überprüft. 

Insgesamt hatte man den Eindruck, dass der Verweis auf den zukünftigen Gemeinderat sehr oft genannt wurde – so dass es unserer Meinung nach Zeit wird, dass sich alle die Kandidaten für das Bürgermeisteramt öffentlich vorstellen und Programme und Personen präsentieren – und dies bitte mit der notwendigen Sorgfalt bei Aussendungen, die neben dem Inhalt auch Rechtschreibung, Ausdruck, Grammatik und Zeichensetzung betreffen sollten. Wem Details nicht wichtig sind, der scheitert meist auch an großen Dingen!

Für alle von uns, die beim Thema "Lockdown & Schule" nicht mehr so richtig durchblicken, haben wir mal ein paar Netzfunde zusammengestellt:

Schülerinnen und Schüler, die mögen oder können, kommen in die Schule! Schülerinnen und Schüler, die nicht mögen oder können, kommen nicht in die Schule! Schülerinnen und Schüler, die zwar können, aber nicht mögen, dürfen auch zuhause bleiben!

Natürlich kann dies von den Schülerinnen und Schülern beziehungsweise von den Eltern jeden Tag neu entschieden werden! Selbstverständlich werden alle Lehrpersonen für jede Schülerin und jeden Schüler eine individuelle Lösung in Form eines Lernpakets, Präsenzunterricht oder Distanz-Learning per Video anbieten. Dies kann natürlich nur dann in vollem Umfang gewährleistet werden, wenn alle Kinder oder ihre Eltern bis spätestens um 07:00 Uhr bekannt geben, wie sie es denn gerne hätten. Somit dürfte alles klar sein, oder?

Noch nicht? Dann noch eine Nachhilfestunde aus Wien, die auch gut für die Übung der Modalverben in Deutsch eingesetzt werden kann...

Die Schulen SOLLEN offen bleiben! Die Kinder KÖNNEN in die Schule gehen. Die Kinder SOLLEN aber besser zuhause bleiben. Wer es MAG, kommt in die Schule . wer es nicht MÖCHTE, DARF zuhause bleiben. Wer KANN, SOLL seine Kinder zuhause betreuen – wer das nicht KANN oder MÖCHTE, der SOLL seine Kinder in die Schule schicken.

Die Lehrpersonen MÜSSEN in der Klasse den Präsenzunterricht durchführen – zugleich SOLLEN sie, wenn sie es KÖNNEN, die zuhause gebliebenen Kinder online in den Unterricht einbinden. Sie DÜRFEN ihnen aber auch Lernmaterialien schicken. 

Noch Fragen?

Eine ganz persönliche Meinung mal zum Nachdenken für alle, die im Netz so selbstgerecht drauflos posten...

"In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen." - von wem auch immer das Zitat ist, wahr ist es!

Könnten wir nicht einfach alle zusammen dieses Virus bekämpfen (wurscht ob mit Impfung, Maske, Abstand, Kontaktbeschränkung, Testen, Lockdown...) und später einmal überlegen, wer schuldig war, Recht hatte  oder ein besserer (?) Mensch ist... Bitte: Halten wir zusammen in dieser Krisensituation und achten wir auf uns und unsere Mitmenschen. Die Ärztinnen/Ärzte und das Pflegepersonal und auch unsere Kinder werden es uns danken! BITTE!

Kommentar zu einem Facebook-Post einer Gemeinderätin vom 02.11.2021 

Leserbrief zum Thema "Steinmauer"

Die Steinmauer ist nun wirklich schön und dem Gesetz ist genüge getan, also alles in Ordnung, oder?
Okay, die Mauer war zuerst nicht ganz gesetzeskonform, aber mit diesen paar Zentimetern, mit denen man nun dem Gesetz nach Punkt und Beistrich gerecht wurde, hat sich doch in der Sache nichts geändert. Deshalb ein „pfui“ demjenigen, der das angezeigt und jahrelang betrieben hat. Da wäre es doch zugunsten eines angenehmen Zusammenlebens viel besser gewesen, „fünfe einfach mal gerade sein zu lassen.“ 
Allein deshalb hege ich eher Sympathie für die Gemeindeführung, die eben auch über diesen kleinen Fehler hinwegsehen wollte. Nur schade, dass man mit dieser Einstellung gegenüber den Paragraphenreitern immer öfter unter die Räder kommt.
Die Paragraphenreiter (nicht nur aus dem nördlichen Ausland) sind zum Glück wirklich nur Einzelfälle. Ich habe die Hoffnung, dass auch diese Mitbürger irgendwann verstehen, dass angenehme Nachbarschaft am besten funktioniert, wenn man über solche Kleinigkeiten hinwegsieht.
Leo Waltl (01.11.2021)

Land Tirol prüft Verbot von Laubbläsern

Könnte Nuarach nicht bereits vorher auf den Einsatz verzichten?

Wie die TT am 04.10.21 berichtete, befasst sich der Verfassungsdienst mit einem Aus im Siedlungsgebiet und nimmt sich die Steiermark als Vorbild. Denn die Geräte sorgen nicht selten für Lärm, zudem für Abgase und schadet der Artenvielfalt. Die Koalition hat sich darauf verständigt, ein generelles Verbot von Laubbläsern im Siedlungsgebiet zu prüfen. „Die Gründe liegen im Lärmschutz, in der Luftqualität und im Erhalt der Biodiversität auch in innerstädtischen Lagen“, betont der grüne Klubchef Gebi Mair. Ein Verbot im dicht besiedelten Gebiet solle nun in Tirol geprüft werden. Leider wird heute auch seitens der Gemeinde St. Ulrich am Pillersee geräuschvoll das Laub von öffentlichen Flächen entfernt. Unsere Meinung: Vielleicht könnte man darüber nachdenken, schon vor einem möglichen Verbot auf den Einsatz dieser Geräte zu verzichten. Es gibt nämlich Alternativen...

Das war enttäuschend – Niederlage für heimische Fußballer! 

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Man kann mal 0:3 zuhause verlieren – aber bitte nicht so! Sicher war es für Interimstrainer Marcel Müllauer nicht möglich, innerhalb weniger Tage nach der Entlassung des bisherigen Trainers Didi Tengg ein gutes Spielkonzept zu finden und umzusetzen, aber leider war überhaupt kein Konzept erkennbar.


Warum diesmal kein objektiver Spielbericht, sondern ein persönlicher Kommentar? Nun, nach einigen Gesprächen im Vorfeld des Spiels in der vergangenen Woche mit Fans und einer nicht sehr freundlichen Begrüßung von Vereinsmitgliedern auf dem Platz fehlt es den NUARACHER NACHRICHTEN vielleicht tatsächlich an der notwendigen Neutralität…

Während einige Fans und auch wir den erzwungenen Abgang von Trainer Didi Tengg auch nach der wenig aussagekräftigen Stellungnahme der Vereinsführung des SK AVZ Pillerseetal immer noch nicht verstehen, begrüßen andere den Wechsel. 

Die Gerüchteküche brodelt, von mangelnder Kommunikationsbereitschaft des EX-Coaches ist die Rede, auch finanzielle Gründe werden kolportiert. Der Anspruch des Trainers an seine Spieler sei zu hoch… Auf jeden Fall ist eine große Unruhe im Verein zu spüren – und dies merkte man leider auch gestern auf dem Platz!

Beim Heimspiel am 05. September in Nuarach war vieles anders als gewohnt: Vor dem Spiel bildeten die Spieler einen Kreis, aber diesmal ohne Trainer. 

So allein gelassen mühten sie sich auch auf dem Platz: Mal mit einer Vierer-, dann Dreierkette, oft auch nur zu zweit oder sogar zu fünft in der Abwehr. Noch auffälliger die Schwächen im Angriff: Keine Ideen, kopfloses Spiel aus dem Mittelfeld nach vorne, wo man nicht recht wusste, was mit dem Ball zu tun ist. 

Allein auch der Trainer, der an der Seitenlinie keine Anweisungen gab und die Absprachen allein den Aktiven überließ – die damit sichtlich überfordert waren. Mal schrie jener Spieler, mal dieser, mal ein anderer, nur der Coach blieb regungslos und stumm. So wie Funktionäre, die bisher neben Didi Tengg saßen – sie standen auffällig abseits des Platzes und mussten eine Niederlage mitansehen, die man sicher nicht aufgrund der vermeintlichen Spielstärke der SPG Rinn/Tulfes kassierte. 

Im Gegenteil, der Gegner spielte nicht gut, freute sich aber über drei geschenkte Tore. Ein Hand-Elfmeter, ein Eigentor und ein durch einen Fehlpass sehr vermeidbares Tor zeigten, dass der in der Pressemitteilung angekündigte „neue Abschnitt“ mit „neuen sportlichen Impulsen“ wohl nicht geglückt ist – und nach der Analyse des Matches auch in näherer Zukunft unserer Meinung nach nicht erreichbar ist. 

Der erfahrene Regionalliga-Schiedsrichter Nenad Kostacevic pfiff die Partie kurz nach 17:00 Uhr in St. Ulrich am Pillersee an. Mehr Torchancen, wenn auch keine zwingenden, hatte zu Beginn die Gastmannschaft unter Trainer Andreas Pinzger. In der 40. Minute gibt der Unparteiische einen berechtigten Elfmeter aufgrund Handspiels der Gastgeber, den Michael Platzer sicher zum 0:1 verwandelt. 

Nur drei Minuten später wieder Glück für die Gäste, denn der Kapitän des SK AVZ Pillerseetal, Thomas Bodingbauer, trifft unglücklich ins eigene Tor. Halbzeitstand daher 0:2! 

Nach dem Wiederanpfiff zeigte die heimische Mannschaft mehr Engagement, zum ersten Mal musste der Schiri eine Gelbe Karte (Foulspiel von Niklas Tengg in der 51. Minute) zücken. Der Spieler mit der Nummer 8 wird rund zehn Minuten später durch Daniel Hofer ersetzt. Gelb dann auch für Max Bergmann in der 75. Minute, zwei weitere Wechsel der Gastgeber folgen (Durmaz für Jurescha, Foidl statt Bodingbauer). Kurz vor Spielende (88.Minute) dann das dritte Tor durch Max Unterlechner für die SPG Rinn/Tulfes und eine Gelbe Karte für Andreas Eder wegen Foulspiels (auch wenn in keinem Spielbericht zu lesen, haben wir Robert Hupf auf dem Platz gesehen).

Während die Gäste nun mit diesem Sieg auf den vierten Tabellenplatz vorrücken, verharren die Pillerseetaler weiter auf Platz 10. Wie sagte der Stadionsprecher: „Wir wünschen uns, dass die Mannschaft dieses Spiel schnell vergisst“ und „es wird beim nächsten Mal besser!“ Ja, das Match war zum Vergessen und für eine bessere Leistung des Teams in Finkenberg am kommenden Freitag kann man nur auf ein Wunder hoffen… 

„Seeleuchten“ (fast) wie immer

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Kalt war es, aber die meisten Besucherinnen und Besucher waren vorbereitet und hatten an diesem Mittwochabend (01.09.20201) dicke Jacken und Decken dabei. Dann spielten wie immer im Vorprogramm die „Pillerseer Musikanten“ auf, bevor im Hauptprogramm „Le Sorelle“ mit drei glockenhellen Stimmen das Publikum unterhielt. Auch die „Nuaracher Stoabergplattler“ erfreuten so wie ein Alphornbläser und Weisenbläser die angereisten Gäste. Dann folgte gegen 22 Uhr der Höhepunkt der Veranstaltung – das Feuerwerk. 

Es sollte leiser und anders als bisher sein und viele waren allein aus Neugier gekommen… wir hatten natürlich keinen Dezibel-Messer dabei, aber viel leiser als bei den vorangegangenen Veranstaltungen war es wohl nicht. Für Tiere jedenfalls wird es kaum eine spürbare Erleichterung gewesen sein. Wir haben uns im Vorfeld Videos von umweltfreundlichen Feuerwerken angesehen und waren beeindruckt – von diesem Spektakel auf und über dem Pillersee wurden wir leider (wie auch viele Umstehende) nicht überzeugt. 

Aber auch dies ist sicher Geschmackssache und daher haben wir ein Video erstellt, bei dem sich jeder eine eigene Meinung bilden und den Vergleich mit den bisherigen Feuerwerken ziehen kann…

Buchensteinwand: Kein „Bergblick“! Keine Bischofsweihe! Neue Glocke!?

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Nicht nur das ehemalige Restaurant „Das Berglick“ (früher „Buach.blick“) erfüllt – da die ganze Sommersaison geschlossen – nicht die touristischen Erwartungen der Region. Heißt es doch immer noch aktuell auf der Homepage der Bergbahn Pillersee: „Selten werden Erwartungen so gut erfüllt wie mit unseren beiden Restaurants: Das Bergblick an der Talstation der Bergbahn Buchensteinwand /
Pillersee kredenzt Ihnen neben kulinarischen Schmankerln einen fantastischen Bergblick.“


Leider gibt es noch nicht einmal einen Kaffee...

Auch die Ankündigung der Pletzer-Gruppe im Juni in den Medien in Bezug auf die neu erbaute Antonius-Kapelle ist nicht eingetreten: „Diese wird am 18. Juli vom Bischof geweiht“, informiert Toni Pletzer. „Mit dieser Zeremonie wird der Ort als Kirche nach Kirchenrecht anerkannt und es können Messen, Taufen oder Trauungen abgehalten werden“, erzählt Pletzer. Doch leider ist die Kapelle an diesem Termin nicht geweiht, sondern „nur“ eingeweiht worden und somit sind dort keine kirchlichen Trauungen oder Taufen möglich.

Ein stilles Gebet ist selbstverständlich erlaubt...

Nun plant Anton Pletzer eine neue Attraktion: Er möchte eine Corona-Glocke für die Buchensteinwand gießen lassen. „So wie es in Telfs eine Friedensglocke gibt, wird es auf der Buchensteinwand eine Coronaglocke geben. Durch ihren Klang in das ganze Tal soll sie an die Pandemie erinnern beziehungsweise ein Begleiter sein“, so Pletzer. 

Sollte es dann tatsächlich soweit sein, werden die NUARACHER NACHRICHTEN berichten...

 Alle Jahre wieder… 

Aktuelle Unwetterschäden in der Ötzweide in Nuarach

(ein Kommentar von Michael Seeber, Aufsichtsfischer Pillersee)

Schonungslos bringt das aktuelle Hochwasser, welches glücklicherweise den Ortskern von Nuarach dieses Mal verschont hat, den Murks, der an den betroffenen Stellen in der "Ötz" seit Jahren fabriziert wird, ans Licht.

Die Bilder zeigen den wieder einmal weggeschwemmten Bereich des Langlaufloipen-Übergangs über den Lastalbach vor der Gabelung zur ehemaligen Forstmeile beziehungsweise zum neu erbauten Stall in der "Ötz". 

Die Wasserdurchflussmöglichkeit an dieser Stelle reicht bei Hochwasser bei weitem nicht aus und trotzdem wird immer wieder auf gleiche Art saniert.

Wohl in der Folge der Vegetationsentfernung im geschilderten Bereich sind die ungebremsten Wassermassen diesmal auch an der nächsten Verengung, der kleinen Brücke vor der Kneippanlage verstärkt über die Ufer getreten und haben den Schotterweg vom Fußballplatz über das "Ötzfeuchtgebiet" wieder mal verwüstet.

 

Seit Jahren appelliere ich, diesen Schotterweg zu entfernen und durch einen rollstuhltauglichen durchgehenden Steg mit Sicherheitsgeländer zu ersetzen.  

Am Kalterersee in Südtirol wurde dies zum Beispiel vorbildlich umgesetzt und auch an besagter Stelle in Nuarach soll es das – ist aus Überlieferungen abzuleiten – früher schon mal gegeben haben. Anscheinend karrt man in Nuarach aber auch hier bewusst lieber jedes Jahr Schotter zur Sanierung in das Feuchtgebiet. 

Die dritte Stelle zeigt den Bereich unterhalb der Kneippanlage in der Kurve nach dem Kuhgatter und die Überschwemmungsursache, das tiefer und breiter Graben des kleinen Baches links der Schotterforststraße ist mir ein besonderer Dorn im Auge.

In der Folge dieses Murkses ist nämlich der letzte verbliebene kleine Laichbach, der sich quer durch das Feuchtgebiet zog, vor einigen Jahren auch noch trocken gelegt worden – wie schon einige vorher.

 

Im Sinne der vor zirka 40 Jahren begonnenen Entwässerung des "Ötzfeuchtgebietes" mag diese Vorgehensweise zielführend sein. Im Sinne der Naturerhaltung und dem Nutzen daraus für uns Menschen, kann ich sie in keinster Weise nachvollziehen.

 

Dass die Gemeindezuständigen mit dieser Vorgehensweise ihr gemeindeeigenes Fischereirevier wertmindern, nehme ich befremdend zur Kenntnis. 

 

Michael Seeber, Aufsichtsfischer Pillersee

 

(Fotos: Yvonne Pross)

Wirtschaftsinitiative Fieberbrunn „glänzte“ mit Abwesenheit

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Am Samstagabend präsentierte sich zum ersten Mal die „Pramauer Sommernacht“ vor dem „Dorfcafé“ im Fieberbrunner Zentrum. Eine tolle Idee – doch weder alle Bemühungen von Wirtin Astrid noch ein hervorragender musikalischer Auftritt von Tobias Waltl sorgten für eine dem Anlass entsprechende Zuschauerzahl. Das lag auch sicher nicht an mangelnder Werbung im Vorfeld - aber was lief falsch?

Es passte eigentlich alles: das Wetter an diesem lauen Sommerabend, das kulinarische Angebot (frisch gegrillte Hendl) und das Entertainment des regional bekannten Musikers! Kaum Zuhörerinnen und Zuhörer, nur zufällig vorbeikommende Touristen, die kurz verweilten und ein paar Stammgäste, die noch wie gewohnt ein Bier tranken – der Aufwand stand in keinem Verhältnis zum Erfolg. 

Und da muss man sich doch mal die Frage stellen, wo denn die Verantwortlichen der Wirtschafts-Initiative PillerseeTal waren! Das Ziel der Wirte, Gewerbetreibenden, Gemeinde und des TVB sind unter anderem die Positionierung von Fieberbrunn als Nahversorgungszentrum der Kleinregion, die enge Zusammenarbeit von Handel, TVB, Bergbahn, Hotellerie oder die visuelle Attraktivierung der Ortsdurchfahrt und vor allem mehr Gästefrequenz im Ortskern. 

Genau das wurde am Samstag versucht… aber leider niemand der Vertreterinnen und Vertreter oder der neuen rund 100 Mitgliedsunternehmen ARGE PillerseeTal Wirtschaft fand es der Mühe wert, die "Pramauer Sommernacht" zu besuchen. Wenn nur zehn Prozent der teilnehmenden Betriebe, Politiker oder Touristiker anwesend gewesen wären, hätte Tobias Waltl nicht vor (fast) leeren Tischen spielen müssen! 

Wir können wirklich nicht verstehen, dass diese Veranstaltung, die zur Attraktivität des Fieberbrunner Zentrums beitragen wollte, nicht mit der Anwesenheit einiger Verantwortlichen der Wirtschaftsinitiative unterstützt wurde. Hoffentlich wird es trotzdem weitere "Pramauer Sommernächte" geben - wir sind sicher wieder vor Ort!

Hunde, Biber, Schwäne und nun der Wolf...

GR ZEIGT HERZ nur FÜR landwirtschaftlich genutzte TIERE

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Am Donnerstag, 01. Juli, trafen sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte auf der Bühne des KUSP zu ihrer monatlichen Sitzung. Auch einige Zuschauerinnen und Zuschauer waren gekommen, doch Spannendes war an diesem Abend nicht zu erwarten. Auf der Tagesordnung standen Flächenwidmungsänderungen, Raumordnungsänderungen, Bebauungspläne, Berichte über das Bauvorhaben „Rettungszentrum“, Grundsatzbeschlüsse unter anderem zum Gewerbegebiet Strass sowie Beschlüsse zu diversen Ausgaben. Keine Überraschungen bei den Abstimmungen – man war sich (wieder einmal mehr) einig.

Außer bei Tagesordnungspunkt 14: „Beschlussfassung der Resolution zur Unterstützung der Tiroler Alm- und Landwirtschaft“ – hier wurde heftig diskutiert, denn während zwei Gemeindevertreter mit ausgewiesener Expertise zum Thema „Wolf“ sachlich und kompetent Argumente gegen die Resolution vorbrachten, konterten andere mit Wissen aus Facebook-Berichten. 

Worum geht es? Der überparteiliche (!) Gemeindeverband hatte in einem Schreiben die Tiroler Gemeinden um Unterstützung gebeten: „Wolf gefährdet Almwirtschaft. Gemeinden fordern Land Tirol zum Handeln auf“ – so ist der Titel einer Petition, die kürzlich an die Tiroler Gemeindestuben ergangen ist. Darin werden behördlich festgelegte Gebiete gefordert, in denen ein verhaltensauffälliger und schadenstiftender Wolf "entnommen“ werden könne. (Quelle: ORF.at). 

Dies widerspricht zwar EU-Recht, aber einige Tirolerinnen und Tiroler möchten für ihr Bundesland eine Ausnahmeregelung. Ein in der Bevölkerung heftig diskutiertes Thema, über das auch die NUARACHER NACHRICHTEN bereits berichtet haben. Auch gestern wurde man sich nicht einig – zehn Mandatare stimmten für die Resolution und damit gegen den Wolf, drei Stimmen fanden sich dagegen und somit für den gesetzlich vorgeschrieben Schutz des Wolfes. 

Da einige Wortmeldungen zeigten, dass das Wissen über die Lebensweise und das Verhalten eines Wolfs – auch im Hinblick auf die „Gefahr“ für Menschen – durchaus ausbaufähig ist, hier nochmal ein paar wissenschaftliche Fakten zum Nachlesen:

  • „In Österreich gibt es keinen dokumentierten Wolfsangriff auf Menschen.“ Orf.at
  • „Tollwütige Wölfe, die als besonders aggressiv gelten, sind in Deutschland nicht bekannt. Der NINA-Studie ist aus den vergangenen drei Jahrhunderten kein tödlicher Wolfsangriff in Deutschland und Österreich bekannt. Die letzte tödliche Attacke eines wildlebenden Wolfes auf einen Menschen dürfte mehrere Jahrhunderte zurückliegen.“ (Studie des Norwegischen Instituts für Naturforschung (NINA) aus dem Jahr 2002)
  • Die Buchautorin und Fachjournalistin Elli H. Radinger warnt vor Panikmache. Wolfseltern brächten ihrem Nachwuchs bei, was sichere Nahrung sei. "Wir bewegen uns anders als ihre 'normale' Beute: Wir laufen selbstbewusst und vor allem aufrecht", erklärt sie. "Auch Bären richten sich manchmal auf, und Wölfe meiden Bären." Eckhard Fuhr hat in seinem Buch "Rückkehr der Wölfe" auch historische Aspekte untersucht. Erfahrungen früherer Jahrhunderte müssten relativiert werden, sagt er. "Wir haben ganz andere Bedingungen als zu Zeiten der Ausrottung des Wolfes vor 150 bis 200 Jahren." Für den Wolf sehe es heute besser aus. "Dank der intensiven Landwirtschaft haben wir extrem hohe Bestände an wildlebenden Huftieren, die Jäger nennen das Schalenwild." Es gibt heute laut Fuhr insgesamt mehr Waldflächen, die Wölfe haben bessere Rückzugsmöglichkeiten, viel weniger Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. "Der Wolf passt also sehr wohl auch in die heutige Kulturlandschaft", lautet Fuhrs Fazit.
  • "Wir haben mittlerweile mehr als 70 Rudel in Deutschland, das lässt mit Paaren und Einzelgängern sowie umherwandernden Jährlingen auf bundesweit ungefähr 1000 Tiere schließen (…) Dabei hat es keinen einzigen nachgewiesenen Wolfsangriff auf Menschen gegeben, obwohl wir leichte Beute wären." (Focus.de)
  • „Fakt ist, dass seit der Rückkehr der Wölfe in die Schweiz (1995) und nach Deutschland (1998) kein einziger Fall bekannt wurde, wo Wölfe aggressives Verhalten Menschen gegenüber gezeigt hätten. Hier gilt es also die Relationen zu wahren und die Gefährdung durch Wildtiere, insbesondere durch Wölfe, an den tatsächlichen Zahlen zu messen und nicht emotional zu färben. Dass gesunde Wölfe im Allgemeinen keine Menschen angreifen, zeigt sich auch in allen Regionen Italiens, Frankreichs und Spaniens, die gleichzeitig Wolfsgebiete und beliebte Wanderregionen sind.“ (CHwolf.org)
  • „Wölfe sind vorsichtige Tiere, die Angst vor Neuem und Unbekanntem haben. Solange Wölfe und Menschen nebeneinander leben, ist eigentlich alles in Ordnung. Echte Probleme verursacht man nur, wenn man Wölfe füttert, denn dann bekommen Wölfe Interesse an Menschen als Futterquelle und das ist gefährlich.“ (Wasistwas.de)
  • „Das Auftauchen eines Wolfes hat bei manchen Menschen Verunsicherung ausgelöst. Viele Menschen haben Angst vor dem Wolf, der in der Überlieferung nicht nur als Geißel für Wild- und Haustier, sondern auch als ein Menschenfresser dargestellt wird. Aus heutiger Sicht wird jedoch deutlich, dass der Wolf für Menschen keine Gefahr darstellt.“ (Vorarlberg.at)

Wolf und Schaf in Tirol?! 

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Wie der ORF heute berichtet, sorgt derzeit ein Anti-Wolf-Schreiben des Tiroler Gemeindeverbands zusammen mit der Landwirtschaftskammer an die Tiroler Gemeindestuben für Aufregung.

  

Insbesondere die Grünen in Tirol äußern Kritik. Titel des Schreibens: „Wolf gefährdet Almwirtschaft. Gemeinden fordern Land Tirol zum Handeln auf“. Es werden mit einer Petition behördlich festgelegte Gebiete gefordert, in denen ein verhaltensauffälliger und schadenstiftender Wolf "entnommen“ werden könne. Die grüne Landtagsvizepräsidentin Stephanie Jicha bezeichnet laut ORF Tirol die Aussendung als bedenklich: „Dass das Land das Naturschutzgesetz und das Jagdgesetz ändern sollte und damit jeden schadenstiftenden und verhaltensauffälligen Wolf abschießen kann, ist klar EU-rechtswidrig und abzulehnen.“ (red, tirol.ORF.at, 26.06.2021) 


Die EU-Kommission machte bereits im letzten Jahr deutlich, dass die Mehrheit der Europäer sich über die Rückkehr der Wölfe freue. „Eine Vielzahl von positiven Beispielen aus anderen Mitgliedsstaaten, die ähnliche landwirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Österreich aufweisen, verdeutlicht (…), dass der Erhalt der Wolfpopulation auch in den Bergregionen Österreichs möglich ist.“ Die Maßnahmen, die dazu notwendig sind, werden bis zu 100 Prozent von der EU finanziell gefördert. Sollte man allerdings einen Wolf töten (oder fangen, verletzen beziehungsweise seine Fortpflanzungs- oder Ruhestätte beschädigen oder zerstören, so werden Bußgelder bis zu mehreren 10.000 Euro fällig. In der Broschüre „Wolfsmanagement in Österreich - Grundlagen und Empfehlungen“ ist genau beschrieben, wie man sowohl dem Wolf als auch den Nutztieren der Landwirte gerecht werden kann. Es gibt durchaus Alternativen zur Tötung, auch bei diesem Thema ist Aufklärung, auch der Öffentlichkeit, nötig. Vertreibung oder Abschuss der Wölfe sind keine Alternativen, denn die Tiere sind erstens streng geschützt und zweitens gut für die Natur. 


Es bleibt bei allen unterschiedlichen Interessen dabei: „Sowohl Wölfe, als auch die traditionelle Beweidung der Almen sind ökologisch wertvoll. Tatsächlich ist anstatt des hierzulande lautstark verkündeten Entweder-oder ein Sowohl-als-auch möglich“, so die Meinung von Kurt Kotrschral, der auf die Schweiz verweist. Dort hätten sich beispielsweise n einem Gebiet die Halter von Schafherden zusammengeschlossen und ließen eine 700-köpfige Herde von einer Hirtin mit Hunden führen. „Sie verloren trotz des dort ansässigen Wolfsrudels über die letzten zwei Jahre kein einziges Schaf. Und es wurden auch keine Wanderer von den Schutzhunden gebissen. Je nach den lokalen Gegebenheiten kann sachgerechter Herdenschutz mittels geeigneter Elektrozäune, Hunden, und/oder Behirtung erfolgen. Es gilt, sich der alten Kulturtechniken zu besinnen, die über 10.000 Jahre Weidetierhaltung in Anwesenheit von Wölfen ermöglichten. Weil sowohl Wolf als auch Weidetierhaltung ökologisch begründete, gesellschaftliche Anliegen sind, muss beides möglich sein. (DER STANDARD, Kurt Kotrschal, vom 22. Juni 2018).

Leo kämpft weiter wie ein Löwe

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Das Urteil, auf das Leo Waltl, die Gemeindeführung, aber auch viele Nuaracherinnen und Nuaracher gewartet haben, liegt nun vor: Bürgermeisterin Brigitte Lackner und der Gemeinderat haben nach Ansicht des Richters beim Landgericht Innsbruck richtig gehandelt und somit Leo Waltl kein Anrecht auf ein Grundstück (4000 qm) im geplanten Gewerbegebiet Strass.

Die TIROLER TAGESZEITUNG und die NUARACHER NACHRICHTEN haben oft über den Streit „David gegen Goliath“ berichtet und immer wieder war für Außenstehende schwer nachvollziehbar, was genau im Jahr 2012 vereinbart wurde, zudem fehlten angeblich immer wieder Unterlagen und die Aussagen der Beteiligten waren widersprüchlich. Auch „Erinnerungslücken“ waren – nach all den vielen Jahren – vorhanden, doch (auch nach Zeugenbefragungen einiger Gemeindevertreter) fiel nun das Urteil gegen Leo Waltl. 

Dies ist nun vorerst der Stand der Dinge und die Gemeinde kann weiter in Strass planen. Doch für den Unterlegenen und seinen Anwalt ist dies erst das erste Kapitel, denn Leo Waltl wird in Berufung gehen und erhofft sich in der nächsten Instanz eine andere Beurteilung der Sachlage. 

Wir werden weiter über den Verlauf des Rechtsstreits berichten, denn wie bereits in den vorherigen Kommentaren sei erinnert: „Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“.

Schlangen am Pillersee – kein Problem!

(ein Kommentar von Michael Seeber)

 

Nach dem kalten, nassen Frühjahr scheint die Wettertendenz nun ja doch in Richtung Sommer zu schwenken und schon bald wird das Naturjuwel Pillersee zurecht wieder von Sonnenhungrigen und Erfrischungssuchenden stark frequentiert werden. An besonders warmen Tagen fühlen sich auch die Schlangen am See sehr wohl und zeigen sich verstärkt an den Seeufern oder auch beim Überqueren des Sees.

Immer wieder kommt es an solchen Tagen vor, dass bei Begegnungen mit diesen Tieren überwiegend Kinder in Panik geraten und die Eltern in der Folge oft ebenso. Sogar Beschwerden bei den am See angesiedelten Betrieben sind schon vorgekommen.

 

Ein absolutes Fehlverhalten von menschlicher Seite aufgrund mangelnder Information! Es handelt sich bei diesen Schlangen um die absolut harmlosen, ungiftigen Ringelnattern, deren Population in den letzten Jahren wohl angestiegen ist. Dies geht mit dem Nahrungsangebot einher. Die Tiere erbeuten am See Elritzen, Koppen und auch Mäuse.

Im heurigen Jahr gibt es offensichtlich wieder ein starkes Mäusejahr, das schließe ich nach dem Fund einiger überfahrener Mäuse auf dem neuen Radweg am See, viele Mäuse im Bootshaus und auch in den Komposthaufen der Nuaracher Gärten werden ungewöhnlich viele gesichtet.

 

Schlangen, Fuchs, Greifer und Co. werden das Gleichgewicht wieder herstellen. Die Natur regelt die Dinge an sich ohne unnötige, menschliche Eingriffe. 

Die Ringelnattern sind zudem besonders geschützt und niemand sollte auch nur den Gedanken aufbringen, diese Tiere zu beseitigen.

Vielmehr sollten sich die Gemeindezuständigen mal Gedanken machen, ob nicht wetterbeständige Infotafeln mit Bildern zur Aufklärung der Pillerseebesucher hinsichtlich der kompletten Fauna und Flora an den Seeufern aufgestellt werden könnten, wie es an anderen Seen in Österreich bereits praktiziert wird.

 

Der Weg der menschlichen Eingriffe in die Tierwelt ist, denke ich, nicht der richtige Weg!

 

M. Seeber (Aufsichtsfischer Pillersee)

30 Jahre Schwäne am Pillersee

Wo sind sie geblieben?

(Bericht von Michael Seeber)

Bei meinen Revierrundgängen am Pillersee nehme ich in letzter Zeit immer wieder Pillerseebesucher wahr, die sich fragen, wo die schönen Schwäne geblieben sind, die das idyllische Bild des Nuaracher Naturjuwels 30 Jahre lang prägten.

Um 1990 rum wurden nach Absprache mit dem zu dieser Zeit amtierenden Bürgermeister, Leo Schlechter, zwei Jungschwänepaare, über die Schwanenmutter vom Attersee an den Pillersee gebracht. Nach einigen Jahren der Eingewöhnung wurden die Tiere geschlechtsreif und brüteten erstmalig. Bald erfreute auch der Nachwuchs die Besucher des Pillersees, aber es kam aufgrund des aggressiven Verhaltens des Männchens (Normalität bei vielen Tieren in der Nachwuchsaufzuchtphase) auch zu manchen Zwischenfällen mit Menschen. 

Als dann nach weiteren Jahren beide Paare Nachwuchs hatten (das zweite Paar brütete im Schilf Nähe der Kirche Adolari), waren für einige Zeit eine entsprechend größere Anzahl an Schwänen am See. 

 

Das Revierverhalten mit Verjagungsversuchen durch die Alttiere führte unter anderem zur Flucht der Jungtiere auf die angrenzende Seeuferstrasse und es kam zu einem Verkehrsunfall mit Sachschaden. Das betroffene Tier musste von einem Jäger erlöst werden. Die Gemeindeverantwortlichen reagierten daraufhin mit Einfangen eines Großteils der Tiere und Umsiedlung an ein anderes Gewässer.

Ein Paar durfte bleiben. Bis zum letzten Jahr war dieses Schwanenpaar weiterhin das prägende Bild am See, eines der Tiere musste ich im Juni 2020 allerdings leblos aus dem See bergen.

 

Im Herbst gleichen Jahres beobachtete ich dann den verbliebenen Schwan wiederholt bei längeren Flügen über den See, welche wohl dem Aufbau seiner Flügelmuskulatur dienten. Im Jänner/Februar 2021 war er dann plötzlich fort.

Ende der Schwanenära am Pillersee oder schafft man nochmal welche herbei? So manch ein Pillersee-Besucher würde sich darüber freuen.


Etwas Gutes hat die ganze Sache derzeit auch. Die Gemeindezuständigen brauchen sich nun keine Gedanken mehr über fragwürdige Eingriffe in die Pillerseer Schwanenpopulation (regelt die Natur an sich selbst) zu machen.

 

M. Seeber 

Aufsichtsfischer Pillersee


(Bildnachweis: privat) 

Was sind unsere Kinder wert?

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Am 27. trafen sich in Nuarach 13 Gemeindevertreter für rund 3 Stunden, um über 21 Punkte zu beraten – doch die Zahl des Abends war 86!

Am Ende der Sitzung musste (nicht nur) ich wieder einmal feststellen, dass dieser Gemeinderat in seiner Zusammensetzung leider nicht die Bevölkerungsstruktur in St. Ulrich am Pillersee widerspiegelt.

Da wäre zum Beispiel Tagesordnungsthema 18, das vorgezogen als vierter Punkt behandelt wurde. Der SK AVZ Pillerseetal, also unser Fußballverein, bat um eine zusätzliche finanzielle Unterstützung. Obmann Martin Bergmann, Obmann-Stellvertreter Thomas Kirchner und Kassier Udo Hinterholzer erläuterten im KUSP sehr nachvollziehbar, warum die Kosten für die Instandhaltung des Platzes kaum noch vom Verein zu stemmen seien. Allein die Personalkosten betragen rund € 5.000,- jährlich und verschlingen damit bereits die bisherige Gemeindeförderung. Für Düngung, Linienfarbe und weitere Unkosten werden mindestens € 3.000,- aufgebracht. Sponsorengelder werden zweckgebunden für die Nachwuchsarbeit eingesetzt und gerade in den vergangenen Monaten fehlen Corona bedingt andere Einnahmen.

Rund 180 Kinder und Jugendliche trainieren in verschiedenen Altersgruppen im Verein, doch der Gemeinderat zierte sich ein wenig. Als zur Sprache kam, dass rund 80 Prozent der Tiroler Gemeinden die Kosten für ihre Fußballplätze selbst tragen und die Clubs finanziell nicht belastet werden, stellte sich im Gegenzug der Gemeinderat die Frage, ob wirklich zwei Plätze in Nuarach nötig seien. Immer wieder betonte die Vereinsführung, dass jeder Euro gerne genommen werde und man keinen bestimmten Geldbetrag fordere, aber es wirkte schon bedrückend, wie man mit guten Argumenten und fundierten Zahlen um Hilfe bat und die Lokalpolitiker zögerten. 

Und da fiel es wieder auf: Keine der Gemeinderätinnen beziehungsweise keiner der Gemeinderäte hat ein Kind, das aktiv im örtlichen Fußballverein spielt! 
Man bot schließlich € 2.000,- an und wird die Situation im Herbst noch einmal prüfen. So der Beschluss von zwölf Mandataren und einer Gegenstimme. Mehr war wohl für einen Verein, der unseren Kindern und Jugendlichen sportliche Betätigung, sinnvolle Freizeitgestaltung und aktive Gemeinschaft bietet, nicht drin…

Dann folgten weitere Beschlüsse, die Änderungen des Flächenwidmungsplans, einen Raumordnungsvertrag, einen Bebauungsplan, Auftragsvergaben bei den Projekten Brunnenhaus und Rettungszentrum, Anschaffung eines Elektroautos und einen Investitionszuschuss der Bergbahn Buchensteinwand (in Höhe von rund € 43.000,-) betrafen.

Gerade beim letztgenannten Thema erlebte man einen seltenen, sehr erfreulichen Moment: Ersatz-Gemeinderat Christoph Pirnbacher ergriff das Wort und redete Klartext über die unbefriedigende Situation in der Zusammenarbeit und dem Geschäftsgebaren der Bergbahn (wie auch die heutige Nicht-Öffnung des Restaurants am Parkplatz zeigt – siehe unser heutiger Bericht). Das war eine ehrliche und wichtige Beschreibung der Lage, die nun (nach elf Ja- und zwei Nein-Stimmen) weiterhin bezuschusst wird. Auch die Kollegen im Gemeinderat waren sichtlich beeindruckt und meiner Meinung nach gehören engagierte junge Leute wie Jungbauer Christoph nach der Wahl im Februar in den nächsten Gemeinderat – und zwar nicht nur als Ersatz!

Verunsicherung habe es beim Area Ticket beziehungsweise Sportpass gegeben und nun stellte man in der Sitzung klar, dass schon immer gelte, dass ab dem dritten Kind einer Familie das Angebot gratis sei. Warum dies gestern dann aber noch einmal mit einem Beschluss abgesegnet werden musste, habe ich persönlich nicht verstanden. Macht aber nichts, denn wichtig ist nur, dass Familien mit mehr als zwei Kindern Geld sparen!

Es folgte noch der einstimmige Beschluss über den Mietvertrag der Gemeindewohnung und dann ein Thema, das wieder keine Gemeinderätin und keinen Gemeinderat persönlich betrifft – die Erhöhung der Kindergarten-Gebühr! 

Nachdem bereits der „Kitzbühler Anzeiger“ in seiner aktuellen Ausgabe auf einer ganzen Seite über den Unmut der Eltern berichtet hatte und zwei Elternvertreterinnen als Besucherinnen anwesend waren, wussten alle – das wird ein heikler Diskussionspunkt! (Ich empfehle dazu auch die Lektüre meines Berichts zum Thema „Kindergarten“). 

Fakt ist, dass der Nuaracher Kindergarten zu wenig räumlichen Platz, zu wenig Betreuungsplätze und zu wenig Personal hat. Auf ein Stellenangebot hat sich niemand beworben und wenn man gehört hat, wie der Gemeinderat über die pädagogischen Mitarbeiterinnen in einer öffentlichen Sitzung gesprochen hat, so verwundert das kaum…

Da haben sich die Pädagoginnen anscheinend nicht an Vorgaben der Gemeinde gehalten und so führte dies zu einem „Kommunikationsproblem“. Ein so wohl nicht abgesprochener Brief informierte die Eltern über die satte Gebührenerhöhung.
 
Ich glaube, dass die Mütter und Väter darüber hätten hinweg sehen können, wenn man ihnen nur erklären würde, warum der Preis um rund € 40,- auf circa € 86,- angehoben wird. Die Betreuung Dreijähriger sei aufwändiger als die der älteren Kinder, hieß es. Also, das weiß jeder seit Generationen und ist keine neue Erkenntnis. Und was helfen nun die vierzig Euro? Wird eine zusätzliche Kraft eingestellt? Bekommen die „Tanten“ für die Mehrbelastung eine Lohnerhöhung? Wird ein neuer Gruppenraum damit eingerichtet? Darüber kein Wort und so blieb diese Frage unbeantwortet. Nun wird es die gewählte Elternvertreterin schwer haben, den Familien zu erklären, warum die Erhöhung einstimmig (!) beschlossen wurde. 

Für mich wieder ein Beleg dafür, dass niemand der Stimmberechtigten ein Kind im Kindergarten unterbringen muss. Ein Gemeinderat, dessen Name nicht genannt wurde, soll im Vorfeld sich dahingehend geäußert haben, dass man die Kinder ja auch zuhause betreuen könne und nicht unbedingt arbeiten müsse. So weit der Realitätssinn, denn es soll tatsächlich Frauen geben, die für ihren Lebensunterhalt berufstätig sein MÜSSEN! 

Ich wünsche mir, dass in der nächsten Wahlperiode mehr Menschen im Gemeinderat sitzen, die die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit repräsentieren: junge Mütter, Pädagogen, Angestellte, Akademiker, Bürger mit nicht-österreichischem Pass, Arbeiter, Dienstleister, Kulturschaffende, Selbstständige, Touristiker, Landwirte, Pensionisten, junge Menschen, Beamte und und und. Aber das liegt an den Listen, die aufgestellt werden und dann vor allem an uns Wählerinnen und Wählern! So jedenfalls fühlten sich gestern Abend zumindest junge Familien nicht gut vertreten!

Sprechen wir doch mal über Naturschutz am Pillersee!

(ein Kommentar von Simone Schneider)

 

Eine Leserin schickte uns aktuelle Fotos von einem Biber am Pillersee und freute sich über den gelungenen Schnappschuss und das schöne Tier. Doch dann erinnerte ich mich an die Aufforderung der Bürgermeisterin Brigitte Lackner in der aktuellen Ausgabe der „Dorfzeitung“:

„Bereits mehrere Male musste der vom Biber errichtete „Damm“ von den Bauhofmitarbeitern entfernt werden, um einen Rückstau im Bach Richtung Pillersee zu vermeiden und um die angrenzenden Häuser zu schützen. Der Biber steht unter Naturschutz und ist sehr schwer zu sichten. Sollte jemand eine Beobachtung im Bereich des Haselbachareals machen, bitte in der Gemeinde melden.“

Wird durch die Veröffentlichung dieser Fotos eventuell wieder ein Bauwerk des Bibers zerstört? Kritisch beurteilte die Äußerungen der Gemeinde immerhin auch der Aufsichtsfischer und Gründungsobmann des Fischereivereins, Michael Seeber in einem Interview mit den Bezirksblättern. Die Bürgermeisterin hatte den Biber als "ungeliebten, tierischen Besucher" bezeichnet, der im Gewässer in Dorfnähe sein Unwesen treibe und sich den Haselbach zu Eigen gemacht habe. „Aus Fischer-Sicht ist der Biber oft ein Segen“, so Seeber. Die Dammbauten würden den Lebensraum für heimische Fische verbessern, könnten zu einer Renaturierung am Südufer des Sees führen und zudem sei der Biber „ein Experte in Sachen naturnaher Landschaftsgestaltung. Die Stauungen durch Dammbauten sind für ihn sehr wichtig, damit der Eingang zum Bau unter Wasser liegt und so Schutz vor dem Eindringen von Fressfeinden geschaffen wird“. So weit die Meinung des Fachmanns, aber was sagt der Biber selbst dazu?

Das wird in einer Broschüre des Landes Tirol mit dem Titel „Biber in Tirol“ erklärt: 

 

„Immerhin soll uns als europaweit geschützte Tierart entsprechender Respekt gezollt werden, und ihr müsst schon sagen, unsere Rückkehr nach Tirol ist als großer Erfolg für unsere gemeinsame Heimat zu werten. Denn wir Biber sind eine wichtige Tierart für die heimischen Gewässer. Wir sind Wasserbauer und Holzfäller und können ein Stück Feuchtgebiet in eine wahre Wildnislandschaft verwandeln. Und noch mehr: Wir tragen zur ökologischen Verbesserung der Gewässer bei, stärken die Selbstreinigungskräfte und leisten einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz an den Oberläufen der Bäche“. 

 

Eine wirklich lesenswerte Lektüre der Abteilung Umweltschutz des Landes, denn was schreiben die dort zuständigen Fachleute über die Vorteile einer Biberansiedlung für uns alle? Es sei sinnvoll, den Gestaltungsdrang des Bibers, wo immer möglich, wegen folgender Leistungen zuzulassen:

  • „Arten- und Biotopschutz
  • Förderung des Biotopverbunds
  • Renaturierung der Gewässer
  • Verbesserung des Wasserhaushalts
  • Beitrag zum Hochwasserschutz 
  • Reinigung von Gewässern
  • Steigerung der Arten und Lebensraumvielfalt
  • Steigerung des Erholungswertes der Landschaft“ 


 Aber wieso fordert uns dann die Bürgermeisterin dazu auf, ihr und den Bauhofmitarbeitern zu verraten, wo der Biber gerade zugange ist? Eine Entfernung von Dämmen, wie anscheinend bereits geschehen, ist doch von Seiten des Landes gar nicht gewünscht. Mehr noch, es ist verboten, sagt der Biber in der Informationsbroschüre (Zitat bzw. Gesetzeslaut siehe unten) oder knapper ausgedrückt in der Sendung des Radio ORF Tirol „Radio Tirol am Vormittag" vom 05.März 2016: 

„Der Biber ist durch das Tiroler Naturschutzgesetz und die europäische FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) streng geschützt. Das gilt auch für seine Bauwerke und Dämme“. 

 

Also sind auch die Dämme geschützt, die die Nuaracher Gemeinde weiterhin wegräumen lassen will. Interessant! Wie soll sich Brigitte Lackner aber gegenüber den Anrainern verhalten, die ihren Unmut über den Biber äußern? Muss sie nun wissentlich gegen die Vorschriften verstoßen? Nein, das lässt sich auch anders regeln:

„Das Bibermanagement liegt beim Amt der Tiroler Landesregierung in der Abteilung Umweltschutz“, so die Recherchen des ORF und tatsächlich heißt es in der Broschüre „Biber in Tirol“:

„Um die daraus entstehenden Konflikte zu lösen und den Bibern eine Chance auf eine erfolgreiche Rückkehr zu geben wurde von der Landesregierung Tirol, Abteilung Umweltschutz eine Betreuung für Biberfragen eingerichtet“

Für den Bezirk Kitzbühel ist dies Philipp Larch MSc., der per Mail unter philipp.larch@tiroler-schutzgebiete.at zu erreichen ist. 

Es gibt nämlich durchaus Möglichkeiten, die Dämme – und damit den Biber – am Pillersee zu erhalten und gleichzeitig eventuelle Schäden durch ein überaus nützliches Tier (und wie auf diesem Symbolfoto zu sehen sehr putziges Tier) zu verhindern! 

Hier der angekündigte Auszug aus der Broschüre „Biber in Tirol“ (Gesetzestext): 

„Die Tiroler Naturschutzverordnung 2006, LGBl. Nr. 39/2006, listet uns (Biber) in Umsetzung der FFH-Richtlinie in ihrer Anlage 5, daher sind wir gemäß § 4 Abs. 2 dieser Verordnung i.V.m. § 24 Abs. 2 des Tiroler Naturschutzgesetzes 2005, LGBl. 26/2005, zuletzt geändert mit LGBl. Nr. 87/2015 eine geschützte Tierart, hinsichtlich der, in allen Lebensstadien, alle absichtlichen Formen des Fangens oder des Tötens, jedes absichtliche Stören, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderzeit, jedes Beschädigen oder Vernichten der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten wie auch der Besitz, Transport, Handel oder Austausch verboten sind“.

Hier ein paar Kommentare in Bezug auf das Thema „Biber am Pillersee“ zum Nachlesen für alle Leserinnen und Leser, die nicht auf Facebook sind: 

  • Fische, Vögel und Biber sind Zeichen für eine gesunde Natur. Deswegen ist es kontraproduktiv, wenn die Gemeinde den Biberdamm zerstört. Solange der Biber die Anrainer nicht gefährdet, kann er ja dableiben. Wenn der Biber da nicht bleiben kann, dann muss man das halt richtig machen - also zusammen mit dem Biberbeauftragten - und nicht einfach so den Biberdamm abreißen! 


  • Der Biber am Pillersee gefährdet sicher keine Wohnhäuser und hat ja wohl ein gutes Recht hier zu leben! Hier gehört er hin! 


  • Der Biber hat schon mehr für den Hochwasserschutz in der Gemeinde geleistet als die Gemeinde selbst!!! 


  • Mich wundert oft, dass hier selten Kommentare der Nuaracher stehen. Meine Meinung als Urlauberin zum Biber ist folgende: dort, wo es für Anrainer gefährlich sein könnte, wie an unserem Mühlbach in Guntramsdorf, wenn vom Biber gefällte Bäume auf Häuser und Straßen fallen könnten, muss man ihn leider absiedeln. In der freien Natur jedoch sollte er bleiben dürfen. Soviel ich weiß, hat der Gesetzgeber auch genau so entschieden.... 


  • Hat das schon mal jemand beim Land Tirol gemeldet was die Gemeinde da fabriziert? 


  • Für mich gehört ein EXPERTE aus dem Landesbereich Umweltschutz her, der das ganze beurteilt und nicht irgendwelche Gemeinde Bedienstete oder Bauamtsmitarbeiter - Katastrophe... 


  • Übrigens, ein schönes Foto. Eine solche Tieraufnahme schafft man nicht so leicht. 


  • Die Gemeinde ist sogar verpflichtet einen Antrag zu stellen und eine Genehmigung einzuholen, wenn sie Biber Dämme entfernen, ansonsten drohen Geldstrafen! 


  • Wie mit allen Tieren sollten sich Jäger drum kümmern, dass es nicht zu viele werden. Gebietsabhängig natürlich. Selbiges sollte für den Kormoran gelten. 


  • Ich habe mich persönlich sehr geärgert über den Bericht in der Dorfzeitung... von wegen „umweltfreundliche Gemeinde“. Seht mal, was gerade an Wald verschwindet... und dann soll der Biber sein „Unwesen“ treiben? Absolutes NO GO. Ist der Biber sogar nicht geschützt? Wäre mal interessant zu wissen, weil das Zerstören des Baus dann sogar rechtswidrig ist. Mir kommt so langsam vor, dass Naturschutz ein Fremdwort ist in St. Ulrich. 


  • Wäre der Biber in der Clique der Zweitwohnsitzler, wäre ihm wohl schon längst ein Chalet-Bau gestattet worden.


  • Herr Larch war vor der 3 x igen Entfernung der Dämme das erste Mal an Ort und Stelle und nach meinem Gespräch im Bezirksblatt (nach der Entfernung der Dämme) das zweite Mal. Anschließend an den Lokalaugenschein durch Herrn Larch ist dieser an die Gemeinde herangetreten und in der Folge war am Dienstag 11.5. die Behörde an Ort und Stelle. Da der Biber seine Wohnhöhlen durch die Dammentfernung an den ersten beiden Stellen aufgegeben hat und seine Aktivität nun etwa 150 Meter weiter nördlich, kurz vor der Brücke zum Fußballplatz verlegt hat, wird zeitnahe (vermutlich kommende Woche) ein Beschluss durch die Behörde zur Sanierung des betroffenen Grundstückes (anschließend an die Volksschule) ergehen. Interessant wird das Vorgehen der Zuständigen in Hinsicht auf die bevorstehenden Hochwasserschutz-Baumaßnahmen, da eine Vergrämung vor Beginn dieser Maßnahmen ansteht. (Michael Seeber, Aufsichtsfischer Pillersee)

Das war die Nuaracher Gemeinderatssitzung… 

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Gestern (29.04.2021) trafen sich die gewählten Gemeinderätinnen und -räte unter Leitung von Bürgermeisterin Brigitte Lackner im KUSP, um mehr als zwei Stunden über anstehende Projekte zu diskutieren und abzustimmen. Auch das Zuschauerinteresse war groß, wenn auch einige nur deshalb zum ersten Mal anwesend waren, da es um ihre eigenen Anliegen ging, die auf der Tagesordnung standen.

 

Im Bericht der Bürgermeisterin dankte sie den Pädagogen und auch der gesamten Bevölkerung für die professionelle Bewältigung der herausfordernden Corona-Situation und das Durchhaltevermögen. Sie verwies auch auf die anstehende Begrünung des Y-Parkplatzes im Mai und freute sich zu hören, dass der Fahrradweg rund um den See gut angenommen wird. Weiters berichteten die jeweiligen Referenten unter anderem, dass die Planung von Veranstaltungen und die Öffnung des Hallenbads derzeit noch schwierig sei.

Zu den Abstimmungen im Einzelnen: 

Die Punkte 1 bis 11 sowie 15 wurden ohne größere Diskussionen einstimmig angenommen. 

Punkt 12 wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Geplant sind 3 x 12 Wohneinheiten, wobei die Hälfte der Wohnungen für € 4000,- bis € 4.500,- pro Quadratmeter verkauft, die andere Hälfte zum Netto-Mietpreis von € 9,- je Quadratmeter vermietet werden soll. Die Gemeinde sucht die Bewerber aus, die in eine Mietwohnung einziehen möchten. 


Punkt 13: Bei der Vergabe der Aufträge wird versucht, möglichst einheimische Firmen zu beteiligen. Es sind zur Vorbereitung (u.a. Transport der schweren Geräte) einige Rodungen und Wegverbreiterungen notwendig, die bereits jetzt schon teilweise im Gang sind. Die Sanierung des alten Stollens ist erst möglich, wenn der neue Tiefbrunnen in Betrieb genommen wird. Um Förderungen für das Projekt, das sich auf eine Gesamtinvestition von rund € 1,2 Millionen beläuft, seitens des Landes wurde bereits angesucht, so dass eine maximal geschätzte Darlehensaufnahme von rund € 500.000 für die Gemeinde verbleibt. Auch diese Vorgehensweise wurde einstimmig beschlossen.


Punkt 14: Der Bau des Rettungszentrums soll möglichst im Herbst beginnen, so dass Bergrettung, Wasserrettung und der Verein IDUS im Frühjahr 2022 einziehen können. Diskutiert wurde über die zwei Varianten, einen Massivbau oder einen Massivbau mit Holzbau zu errichten. Man einigte sich – in Anwesenheit der Vereinsobmänner – einstimmig auf einen Kompromiss: Nur das Obergeschoss wird in Holzbauweise errichtet. 


Punkt 16 wurde vertagt und bei Punkt 17 wurde mit Bedauern festgestellt, dass die Vereine zwar gerne Projekte auf den Weg bringen, dann aber bei der Wartung und Pflege oft das Interesse verlieren. Die Bestellung eines externen Fachmanns, der nun die jährliche Wartung und Überprüfung der Klettersteige übernimmt, wurde einstimmig beschlossen.


Punkt 18: Auch hier wurde man sich schnell einig, dass ein digitales System zur Reservierung und zum Kauf von Angelkarten sinnvoll sei und an eine Firma vergeben werden soll.


Punkt 19: Unter dem Punkt „Diverse Ausgaben“ wurde einstimmig die Anschaffung von einheitlichen Blusen, Hemden und Polo-Shirts mit Gemeindelogo für Bedienstete der Gemeinde und für die Mitglieder des Gemeinderats beschlossen. Gesamtkosten rund € 1500,- bis 2000,-. Es gehe um ein einheitliches Auftreten in der Öffentlichkeit. Ob diese „Corporate Identity“-Idee in einer Gemeinde wie St. Ulrich wirklich notwendig ist und ob die Anschaffung der Bekleidung rund acht Monate vor der Wahl eines neuen Gemeinderats (also dann auch anderen benötigten Kleidergrößen) wirklich sinnvoll ist, dass lässt sich sicher kontrovers diskutieren. Es ist aber für uns Bürgerinnen und Bürger beruhigend zu wissen, dass in Zeiten einer Pandemie, in der viele um ihre Existenz bangen, wenigstens die Gemeinde signalisiert: Für wirklich wichtige Anschaffungen ist genug Geld vorhanden!

Die Punkte 20 und 21 wurden im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit, behandelt.

Unter Punkt 22 „Allfälliges“ wurde auf das Aufstellen des Maibaums durch die Landjugend und die bevorstehende Florianifeier und die Erstkommunion hingewiesen, die vorläufige Schließung der Sonderschule St. Johann bekanntgegeben, die Anschaffung neuer PKWs für den Sozialsprengel („Essen auf Rädern“) angekündigt, eine Versetzung der Ortstafeln diskutiert und großes Bedauern über die mangelhafte Einsicht einiger Bürgerinnen und Bürger bei der richtigen Abfallentsorgung geäußert. Das Anbringen einer (Überwachungs-)Kamera sei allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt bzw. nur schwer genehmigungsfähig.

Eine ganz besondere Bitte richtete man dann noch an den Verein der Hundefreunde: Ob man nicht die Aufgabe übernehmen könne, andere Hundebesitzerinnen und -besitzer auf den bestehenden Leinenzwang hinzuweisen, wenn die Vierbeiner mal wieder freilaufend angetroffen werden? Der angesprochene Vereinsobmann Christoph Staffner, der als „Stammgast“ auch bei dieser Sitzung im Publikum saß, machte darauf aufmerksam, dass die Statuten des Vereins nicht besagen, dass es Sinn und Zweck sei, nun „Polizei“ gegenüber anderen Hundehaltern zu spielen. Natürlich könne man gerne bei Gelegenheit aufklärend agieren, aber die Durchsetzung der Leinenpflicht obliege sicher den dafür zuständigen Organen.

Fazit: alle Tagesordnungspunkte wurden einstimmig beschlossen, alle hielten sich durch Maskentragen und Einhaltung des vorgeschriebenen Abstands an die COVID19-Bestimmungen, es wurde ein langer Abend und es gab doch hin und wieder Momente und Meinungsäußerungen, die den interessierten Gast der Sitzung schmunzeln oder Kopfschütteln ließen.

Am 27.02.2022 wird gewählt 

Nun steht der Termin für die nächsten Wahlen, die die Zukunft Nuarachs bestimmen werden, also fest (s.u.) und man darf gespannt sein, wer bereit ist, auf Gemeindeebene politische Verantwortung zu übernehmen. Schon jetzt wurde bekannt, dass einige Gemeinderätinnen und Gemeinderäte nicht mehr zur Wahl antreten werden. Zudem gibt es ja mit den „Nuaracher Demokraten“ zumindest eine neue politische Kraft, die den Einzug in den Gemeinderat nicht nur schaffen will, sondern auch mit möglichst vielen Sitzen Einfluss gewinnen möchte. Und wer tritt zur Bürgermeister-Wahl an? Wird Brigitte Lackner doch noch mal den Hut in den Ring werfen? Wer der (gerüchteweise sind es rund eine Handvoll) möglichen Kandidaten wird tatsächlich im Februar antreten? Wer traut sich als Erster aus der Deckung und präsentiert ein Wahlprogramm, ein Team und sich selbst? Nur eins ist sicher: Die NUARACHER NACHRICHTEN werden den sicher bald beginnenden Wahlkampf genau beobachten und gerne für interessierte Leserinnen und Leser kommentieren.
 

LH Platter: „Gemeinderats- und BürgermeisterInnenwahlen finden am 27. Februar 2022 statt“ 

 „Die Tiroler Landesregierung hat die Ausschreibung der Gemeinderats- und BürgermeisterInnenwahlen für Sonntag, den 27. Februar 2022, beschlossen“, gibt LH Günther Platter heute, Dienstag (06.04.), bekannt. Dieser Wahltermin gilt für alle Tiroler Gemeinden, außer der Landeshauptstadt Innsbruck und der neuen Gemeinde Matrei am Brenner. Die Kundmachung der Wahlausschreibung wird am 24. November 2021 im Landesgesetzblatt für Tirol erfolgen, womit dieser Tag als Tag der Wahlausschreibung gilt. Als Stichtag wird der 15. Dezember 2021 bestimmt, die engere Wahl des Bürgermeisters bzw. der Bürgermeisterin wird auf Sonntag, den 13. März 2022, festgelegt. 

Bei der Gemeinderats- und BürgermeisterInnenwahl 2022 sind alle UnionsbürgerInnen wahlberechtigt, die spätestens am Tag der Wahl das 16. Lebensjahr vollendet haben, vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen sind und ihren Hauptwohnsitz in der jeweiligen Gemeinde haben (Ausnahme: Der Aufenthalt in der Gemeinde ist kürzer als ein Jahr und offensichtlich nur vorübergehend).
 
(...) „Die Wahl der Tiroler Gemeinderäte und Tiroler Bürgermeisterinnen und Bürgermeister spiegelt stets die ganze Bandbreite der Kommunalpolitik wider. Entsprechend bedeutend sind diese Wahlen, die in einem Jahr stattfinden. Information und Partizipation sind besonders gefragt, wenn es um die zukünftige Entwicklung der eigenen Gemeinde geht – es werden vonseiten des Landes bzw. der Gemeindeabteilung wieder entsprechende Informationen rund um die Wahl zur Verfügung gestellt werden“, betont der für Gemeinden zuständige LR Johannes Tratter.

Warum machen die das? 

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Das Land Tirol kündigte gestern eine ab Mittwoch geltende Ausreisetestpflicht an. Sofort schlugen die Wellen hoch: “Warum Tirol und nicht beispielsweise Salzburg mit höheren Infektionszahlen?“, „Warum nicht mehr impfen und testen anstatt erneuter Einschränkungen?“ Verständlicher Unmut…

 
Nun muss man sich fragen, warum LH Platter, der ja um die Stimmung in der Bevölkerung weiß, trotzdem diese Anordnung trifft. Bestimmt machen er und die Verantwortlichen in Wien nicht alles richtig, aber bei im Vergleich so niedrigen Zahlen in Tirol so schnell und recht kurzer Vorbereitungszeit (vor allem im Vergleich zur „Osterruhe“ im Osten) muss es doch einen guten Grund für das fast panisch anmutende Handeln der Politik geben? 

Also haben wir uns ein wenig mit dem Thema beschäftigt und viel gelesen – und siehe da: Der Grund ist das verstärkte Auftreten einer speziellen Variante der britischen Virusmutation (B117-E484K). Also einer Mutante der Mutante. Wissenschaftler sprechen von einer sogenannten „Fluchtmutante“, bei der (und das zeigen leider auch laufende Studien) eine geringere Wirksamkeit der Impfungen befürchtet wird. 

Klartext: Das Virus kann von den Antikörpern, die nach der Impfung gebildet werden, nicht mehr ausreichend erkannt werden. Diese Fluchtmutationen entstehen leider, je mehr Menschen geimpft sind, denn das Virus sucht sich dann einen anderen Weg, um sich zu verbreiten. Und leider taucht diese Variante derzeit verstärkt in Tirol auf und nur vereinzelt in anderen Bundesländern. Da jede und jeder von uns sich kurz mal überlegen kann, was es bedeutet, wenn Impfungen gegen Corona nicht mehr wirken, kann man verstehen, warum die Politik jede Möglichkeit nutzen will oder sogar muss, um die Ausbreitung der neuen Mutation zu stoppen oder zumindest einzudämmen. 

Nicht falsch verstehen, deswegen muss man der Politik nicht applaudieren oder alle Verordnungen richtig finden, aber es erklärt vielleicht die Angst der Wissenschaft, der Intensivmedizin und der politischen Entscheider. Erst die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob die Ausreistestpflicht notwendig war!

Viele Zahlen und viele Male "Danke"!

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Das war gestern (25.03.) eine lange und anstrengende Sitzung des Nuaracher Gemeinderats, aber schließlich ging es unter anderem um ein wichtiges Thema – der Rechnungsabschluss stand auf der Tagesordnung.

Klaus Pirnbacher erklärte weit über eine Stunde lang das Finanzgebaren der Gemeinde. Viele Zahlen schwirrten durch den Raum und wer sich für die Details der Buchhaltung auf über 300 Seiten interessiert, kann diese online auf der Gemeindehomepage nachlesen. 

Apropos Gemeindehomepage… Florian Pirnbacher, der sich seit Beginn des Jahres als geringfügig Beschäftigter unter anderem um den digitalen Auftritt der Gemeinde kümmert, stellte das neue Design der Website und die neue App GEM2GO vor, mit der man dank individuell wählbaren Einstellungen unmittelbar über Neuigkeiten in St. Ulrich am Pillersee auf dem eigenen Handy informiert werden kann, beispielsweise bei Straßensperren oder – ganz aktuell – bei anstehenden Impfterminen. 

Auch hierzu teilte Bürgermeisterin Brigitte Lackner mit, dass am 2.April die Zweitimpfung der bereits einmal Geimpften in der Ordination Dr. Lechner durchgeführt wird und die Benachrichtigungen bereits verschickt wurden. Ebenso bat sie die Bevölkerung, weiterhin die COVID-Beschränkungen einzuhalten. 

Und was wurde noch besprochen? 

  • Es gibt viele Anfragen für das neue Kindergartenjahr 
  • Die FF St. Ulrich konnte wieder mit Übungen für die Kinder starten und auch das Fußballtraining mit dem Nachwuchs hat begonnen 
  • Die Bauverhandlung für den neuen Trinkwasserbrunnen verliefen sehr erfolgreich, das Projekt läuft weiterhin im Plan 
  • Die Gemeindebediensteten sind in die neuen Büros nach dem Umbau eingezogen 
  • Die Aufträge für die Pflege der Grünflächen im Sommer sowie für die freigewordene Wohnung im Gemeindehaus (Maler-, Boden- und Küchenarbeiten) wurden vergeben, es gibt bereits einige Mietinteressenten
  • Die Osterfeuer wurden aufgrund der Corona-Beschränkungen untersagt, die Landjugend wird am Palmsamstag dankenswerterweise trotz der Umstände eine Osterkrone am Dorfbrunnen aufstellen 
  • Vereine und Organisationen können bei Bedarf und unter Beachtung der Abstands- und Maskenregeln die Bühne des KUSP für Zusammenkünfte nutzen 


Immer wieder wurde gedankt – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dorfzeitung, Dr. Lechner und seinem Team, dem Gemeinderat, den Bediensteten der Gemeinde (Finanzen, Bauhof, Reinigung, Kindergarten, Amtsleiter) und sogar den zu schnell fahrenden Autofahrerinnen und Autofahrern, die dank ihrer Geschwindigkeitsübertretungen im Nuaracher Gemeindegebiet für zusätzliche Einnahmen in Höhe von € 5.362,- sorgten. Trotzdem weist die Gemeinde einen Verschuldungsgrad von 41,26 Prozent auf, was einer „mittleren“ Verschuldung entspricht. Auf jede Bürgerin und jeden Bürger in St. Ulrich umgelegt, bedeutet dies für jeden von uns eine Verschuldung von knapp € 1000,-. Angesichts des schwierigen Jahres mit großen Ausfällen im Tourismus steht die Gemeinde im Vergleich zu anderen Orten aber noch recht gut da. 

Man kann nur hoffen, dass es ab Mitte des Jahres in jeglicher Hinsicht wieder aufwärts geht – und da ist meiner Meinung nach die wirtschaftliche Lage sicher wichtig, aber nicht das entscheidende Kriterium für unsere Lebensqualität!

War da nicht noch was?

Ein Kommentar von Simone Schneider

Das war die 57. Sitzung des Gemeinderats in St. Ulrich am Pillersee am 25. Februar 2021

Spannend war nicht das, was besprochen und beschlossen wurde – interessant war, was nicht gesagt wurde! Aber der Reihe nach…

Alle auf der Tagesordnung aufgeführten Anträge, seien es geplante Flächenwidmungsänderungen, Raumordnungsverträge oder die Vergabe von Aufträgen, wurden ohne Gegenstimmen verabschiedet. Alle laufenden Projekte (Trinkwasserbrunnen, Umbau Gemeindeamt und Gemeindewohnung) liegen im Plan – alles gut! Drei Gemeinderätinnen bzw. -räte fehlten (Gründe wurden nicht genannt) und wurden durch Ersatzmitglieder vertreten. Im Bereich Bildung wurde über den Kindergarten und die Volksschule berichtet, aber der Schulstandort Fieberbrunn, der auch über die Gemeinde finanziert wird, fand keine Erwähnung. Ein paar wenige Zuschauerinnen und Zuschauer interessierten sich für die Gemeindepolitik und durften – ebenso wie die gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Bevölkerung ausgestattet mit FFP2-Masken und ausreichend Abstand – der Sitzung beiwohnen.

Was aber auffällig an diesem Donnerstagabend war, dass ein Thema KEIN Thema war!

Keine Rückschau auf das Infektionsgeschehen in Nuarach. Keine Information über die bisher Geimpften über 80-Jährigen und den weiteren Impfzeitplan, keine Mitteilung über eine doch bemerkenswerte Zahl von Familien auch in St. Ulrich, die Tests verweigern, die Maßnahmen der Regierung öffentlich und lautstark ablehnen und deren Kinder daher nicht die Schule besuchen. 

Wir leben seit rund einem Jahr mit einer Pandemie, die nicht nur wirtschaftlich eine Krise bedeutet, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht erlebt haben. Unsere Wirte stehen mit dem Rücken an der Wand, Kinder und Jugendliche leiden psychisch und schulisch unter der beklemmenden Situation, Familien haben begründete Existenzängste. Zahlreiche Pendler müssen sich alle zwei Tage testen lassen, um überhaupt zur Arbeitsstelle zu kommen, zeitweise durften Schülerinnen und Schüler aus dem Pillerseetal nicht in ihre Schulen im Nachbarland Salzburg. Kein Wort davon! 

Kein Appell an die Bevölkerung, sich (endlich) an die Regeln zu halten, die für einige nicht zu gelten scheinen (oder wie erklären sich Treffen von mehreren Haushalten in Privaträumen?). Keine Bitte um Unterstützung des Einzelhandels, der Dienstleister und der Gastwirte. Keine aufmunternden Worte für diejenigen, die von Sorgen geplagt kaum schlafen können oder die Vereine, die seit langem vergeblich hoffen, wieder gemeinsam (auch mit dem Nachwuchs) zu trainieren, zu musizieren oder sich einfach zu treffen. Kein Lob an den großen Teil der Nuaracherinnen und Nuaracher, die durch Abstandhalten, Maskentragen, Kontaktvermeidung und regelmäßiges Testen mithelfen, COVID19 in Schach zu halten. 

Gerade von Bürgermeisterin Brigitte Lackner, die nicht nur ich als besonders bürgernah kenne, die immer bei Veranstaltungen den Kontakt zu „ihren“ Nuaracher sucht und meist ein offenes Ohr für Probleme hat, gerade von ihr hätte ich mir ein paar Worte zur derzeitigen Situation gewünscht…

Situationsbericht

Rund um Tirol – die Grenzen dicht!
Nur Negative dürfen raus.
Masken verdecken das Gesicht,
der PCR-Test oft ein Graus.
 
Nach Deutschland fahren – ganz tabu,
auch Liebe oder Job gestrichen.
Doch gibt es Ausnahmen dazu:
Wenn Opa stirbt, kann man entwischen.
 
Auch wer wichtig im Büro,
von A nach B die Waren bringt
oder setzt Alte auf das Klo,
der wird freundlich durchgewinkt.
 
Viele Menschen haben Sorgen,
Bürger schimpfen, demonstrieren.
Was wird in Wien gesagt wohl morgen?
Die Wirtschaft krankt nicht an den Viren.
 
Konkurs droht bald so manchem Wirt,
in Schulen leiden Lehrer und Kind.
Uns wird die Rechnung wohl serviert,
wenn nicht bald der Impfstoff rinnt.
 
Was aber nicht hilft, liebe Leute,
ist leugnen, hetzen und auch lügen.
Zusammenhalten heißt es heute – 
nur so wird bald die Freiheit siegen!

Eine tragische Geschichte wiederholt sich...

Die Abschiebung von Arigoana Zogaj erregte seit 2007 großes öffentliches und mediales Aufsehen und löste eine heftige Debatte über das  Asylrecht in Österreich aus. Heute lebt die damals schon bestens integrierte 15-Jährige in Österreich - nach absolvierter Matura und Jus-Studium. Vor fast 14 Jahren erlebten die Unterstützerinnen und Unterstützer in Frankenburg (OÖ) viel Solidarität, aber auch viel Unverständnis. Bei einer Kundgebung trat der bekannte Schriftsteller Franzobel (geb. 1967 in Vöcklabruck) auf und verarbeitete die Geschehnisse in einem Text, den wir gerne unten abdrucken und zum Anhören gibt es einen Link... Es ist so traurig, dass wieder die Buchstaben des Gesetzes wichtiger als Menschlichkeit und Kindeswohl sind... 

 Österreich ist schön (Franzobel) (lyrikline.org) 

Statement des Bundespräsidenten

Liebe Österreicherinnen und Österreicher und alle Menschen, die hier leben!

Heute Nacht sind mehrere Familien mit minderjährigen Kindern abgeschoben worden. Das macht mich zutiefst betroffen. Ich kann und will nicht glauben, dass wir in einem Land leben, wo dies in dieser Form wirklich notwendig ist. Wir müssen einen Weg des menschlichen, respektvollen Umganges miteinander finden. Gerade, wenn Kinder die Hauptleidtragenden sind.

Ich habe in diesem Fall keine formale Zuständigkeit, aber sehr wohl eine klare Haltung.

Um es sehr deutlich zu sagen: Jedes Staatsorgan muss selbstverständlich auf Basis der geltenden Gesetze handeln. Ich kenne die Akten der Verfahren nicht. Aber: Hätte es nicht einen rechtlichen Spielraum gegeben? Was ist mit den Kinderrechten? Wurden die Kinder ausreichend gehört?

 

Meine Damen und Herren!

Ich weiß, viele teilen diese Haltung: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Menschen aus der Wirtschaft, aus den Gewerkschaften, Landespolitikerinnen und -politiker, Bischöfe und Pfarrer, auch der Papst. Und vor allem Schulkolleginnen und Schulkollegen, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und natürlich viele Bürgerinnen und Bürger.

Österreich war immer stark, wenn wir das Miteinander in den Vordergrund gestellt haben. Wenn es menschliche Lösungen gab. Wenn Vernunft, Augenmaß und Menschlichkeit Richtschnur unseres Handelns waren. Das gilt auch für alle, die von der Corona-Pandemie schwer betroffen sind, aber eben auch für gut integrierte Kinder.

Behalten wir das auch in Zukunft bei. Sehen wir das Menschliche zuerst. Geben wir nicht auf, für diese Werte einzustehen. Und ich appelliere an alle, die hier Verantwortung tragen:

Geben wir dem Wohl von Kindern und Jugendlichen Vorrang.

Vielen Dank.

Alexander Van der Bellen (28.01.2021)

Gedanken von Dominik Waltl...

Wir sitzen in dieser Krise nicht alle im selben Boot. Manche fahren im Kreuzfahrtschiff durch den Sturm, manche im löchrigen Ruderboot. Für einige hat sich existenziell gar nicht viel geändert. Sicher darf man viele Sachen nicht machen, aber viele müssen (noch) keine Angst haben, dass sie alles, was sie sich aufgebaut haben, verlieren. Manche regen sich auf, dass man nur mehr arbeiten darf und sonst nichts, manche würden sich freuen arbeiten zu dürfen.

Aber mit jeder Woche Lockdown werden es mehr, bei denen es knapp wird und das werden dann auch die, die bis jetzt im Börserl keine große Veränderung gehabt haben, spüren. Die Corona-Hilfen greifen bei vielen auch nicht so gut, wie sie sollten. Ich habe in letzter Zeit öfter gelesen: "Ja, die wären ja sowieso pleite gegangen", aber machen wir es uns damit nicht zu einfach? Wir sprechen ja viel von Solidarität, also zusammenhalten und die Maßnahmen brav einhalten. Aber diese Solidarität (Maßnahmen) bringt viele Menschen existenziell und psychisch in Bedrängnis und in manchen Fällen zum Selbstmord.

Dann sind wir ja eigentlich nur einseitig oder nicht wirklich solidarisch. Ein paar bleiben einfach auf der Strecke und wir billigen das oder reden es uns schön. Fair wäre es, wenn alle verzichten müssten, dann wäre die Belastung ertragbar aufgeteilt und wir würden alle vom selben Standpunkt aus versuchen die Krise zu meistern. Das ist natürlich ein weltfremder Gedanke. So wie es jetzt läuft, spaltet sich die Gesellschaft immer weiter in Maßnahmen-Befürworter und -Gegner, in Gewinner und Verlierer, in Leute, für die danach alles gleich bleibt und in Leute, die wieder von vorne anfangen dürfen.

P.S. : Bitte hören wir auf, pauschal alle, die etwas gegen die Maßnahmen sagen, als Spinner, Covidioten und Gefährder abzustempeln und uns sogar über sie lustig zu machen. Wir drängen diese nur noch weiter an den Rand. Je mehr Leute ins Extreme gedrängt werden, desto mehr werden wir in Zukunft für diese Spaltung büßen müssen.

(DANKE an Dominik für deine Gedanken und diesen Text, der meiner Meinung nach sehr gut beschreibt, wie es im Moment in unserer Gesellschaft aussieht und DANKE, dass wir sie veröffentlichen dürfen! Simone Schneider)

Themen mit Knalleffekt

(ein Kommentar von Simone Schneider)
Es gibt so Themen, mit denen kann man sich nur ins Fettnäpfchen setzen. Egal, welche Meinung man äußert, die eine Hälfte der Bevölkerung wird begeistert zustimmen, die andere Hälfte wird heftig dagegen argumentieren. Die Sympathiepunkte, die man bei den einen gewinnt, verliert man sofort bei den anderen. Denken wir doch einfach mal an Themen wie Hundehaltung, Kindererziehung, Coronabestimmungen, Rauchen oder Wassergebühren. Mit sicherer Hand hat nun auch die Gemeinde St. Ulrich wieder ein solches Diskussionsthema in die Welt gesetzt, an dem sich die Geister gerade scheiden.

Während die Gemeindeführung einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger richtet, aus Gründen des Tier- und Umweltschutzes heuer auf Silvesterfeuerwerke zu verzichten, wollen sich andere – gerade nach diesem Jahr der ausgefallenen Feste und Vergnügungen – den Spaß nicht verderben lassen. Auch die Tiroler Bauern sind gegen Lärm und Luftverschmutzung und bitten auf Facebook um „leise“ Silvesterbräuche: „Während sich Menschen am Silvester-Feuerwerk erfreuen, steht vielen Tieren eine schlimme Nacht bevor: Tödliche Unfälle, Panik & Nahrungsverweigerung sind die Folge. Zudem setzen Feuerwerkskörper Feinstaub frei & der Müll bleibt zurück in der Natur“. Christoph Staffner, Vertreter der Nuaracher Demokraten, verweist auf ein Beispiel aus der Karwendelregion. Denn auch der Bürgermeister der Gemeinde Jenbach sieht das ähnlich wie die Bauernschaft und nimmt sein Recht in Anspruch, jegliches Abfeuern von Raketen in seinem Ort zu verbieten: „(…) das Abfeuern von Feuerwerkskörpern der Klasse F2 ist in unserer Gemeinde heuer auch zu Silvester nicht gestattet. Ich bitte dafür um Verständnis. (…) Die Männer und Frauen unserer Freiwilligen Feuerwehr, aber auch anderer Einsatzorganisationen sind bei Einsätzen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt und dies zum bloßen Vergnügen in Kauf zu nehmen, ist nicht vertretbar. Viele Besitzer von Hunden und Katzen haben dieses Jahr aufgrund des verordneten Lockdowns nicht die Möglichkeit, in Regionen auszuweichen, an denen ihre Tiere besser vor dem Lärm der Feuerwerkskörper geschützt sind und es kann in niemandes Interesse sein, Haus- und Nutztiere unnötig großem Stress auszusetzen“.

So radikal möchte unsere Bürgermeisterin nicht vorgehen und hofft nun auf die Vernunft der Nuaracherinnen und Nuaracher: „Verzichten wir auf Feuerwerke und Pyrotechnik und starten besinnlich in ein neues Jahr 2021“. Doch wie reagieren die Angesprochenen auf die Bitte der Gemeinde? Sie erinnern daran, dass in den Sommermonaten jeden Mittwoch ohne jegliche Kritik der Gemeindevertreter ein Feuerwerk durchgeführt wird und bemängeln nun die Doppelmoral der Verantwortlichen: „Den ganzen Sommer über ist Seeleuchten und ein Feuerwerk danach, und da sagt keiner was wegen der Ruhe und den Tieren usw. Und dann soll es am 31.12. (1 Tag im Jahr) verboten werden?? Sinnlos“ oder „Hauptsache im Sommer wöchentlich Seeleuchten der Umwelt und Tieren zuliebe“ und „do sog koa Sau wos owa do datn se se aufspuin haha“. Tja, wieder ein Thema, das man von zwei Seiten betrachten kann und daher hat man sich im Gemeindeamt mal wieder keinen Gefallen getan, das Thema Feuerwerk gerade in Nuarach zu diskutieren.

Wer an Silvester nicht böllern darf oder es aus Achtung vor Mensch, Tier und Natur nicht tut, der wird auch in der Sommerzeit nicht glücklich über bunte und laute Raketen am See sein – oder gibt es da keine Tiere? Nicht falsch verstehen, es gibt Studien, die das Feinstaubaufkommen als gering einstufen und die Abgase der Zuschauerinnen und Zuschauer beim Seeleuchten verschmutzen die Umwelt sicherlich mehr… zudem sind an den Mittwochabenden Fachleute am Werk, die nicht für zusätzliche Einsätze der Feuerwehr oder Rettungsdienst sorgen. Trotzdem wurde nun eine Diskussion losgetreten, die man sich im Tourismusgebiet Pillerseetal hätte sparen können. Ich sehe schon die nächste Online-Petition kommen und dann sind wieder die Initiatoren die Bösen…

Warum nicht mal einen Blick über die Grenze wagen? Eine interessante Alternative hat man sich nämlich im Allgäu ausgedacht. Mit Kuhglocken statt Böllern wollen die Initiatoren das neue Jahr einläuten, denn 2021 solle „nicht klanglos beginnen“. Das wäre doch auch was für die kommende Sommersaison: „Seeläuten“ statt „Seeleuchten“. Nur so als Idee, damit es nachher nicht heißt: „Dagegen sein kann man leicht, aber eigene Vorschläge hat keiner“. Aber wie gesagt, es gibt so Themen, da kann man nur ins Fettnäpfchen treten…

PS: Das Feuerwerk kommt übrigens aus China… und das sollte uns jetzt wirklich nachdenklich stimmen! Holländer brachten es dann nach Europa, wo man mithilfe des Spektakels böse Geister (oder waren es Journalisten? Oder Politiker?) vertreiben wollte. Kaiser Maximilian I. (ein Habsburger) ließ das erste Feuerwerk aufführen und er war sich des Risikos offenbar bewusst – der Wahlspruch des „letzten Ritters“ lautete Per tot discrimina rerum („Durch so viele Gefahren“), aber das nur nebenbei… Im Mittelalter verwendeten die Menschen Pauken, Trompeten und Glockengeläut (!), um sich vor den Schergen des Teufels und bösen Geistern im neuen Jahr zu schützen – die BMK und unsere Bauern könnten also aushelfen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist es Brauch, zum Jahreswechsel Raketen und Böller zu zünden. Hauptsache, wir übernehmen nicht die Gepflogenheiten der Amerikaner, denn in vielen Landesteilen der USA ist es üblich, um Mitternacht mit Schusswaffen in die Luft zu schießen. 

Ein Leserbrief von Christoph Staffner, 10.12.2020:

Was passierte mit den Wassergebühren-Überschüssen?

In der aktuellen Ausgabe der Dorfzeitung versucht Finanz-Gemeinderat Klaus Pirnbacher die Menschen zu beruhigen: „Die Gemeinde sei ja bestrebt seine Bürger so wenig wie möglich zu belasten.“ Einen konkreten Betrag für die Wassergebühren 2021 nennt er nicht und eine so vage Aussage beruhigt niemanden. Weiters wünscht sich Pirnbacher in seinem Kommentar einen „fairen und faktenbasierten Dialog“ bei diesem Thema. Während der öffentlichen Sitzung mokiert sich der Gemeinderat über die Petition und mich, aber gleichzeitig fordert man einen fairen Dialog. Widersprüchlich, doch ich freue mich über die Einladung zur öffentlichen Diskussion.

Bei den aufgelisteten Finanzierungsquellen für das notwendige 2. Standbein der Trinkwasserversorgung fällt eines auf: die Wassergebühren-Rücklagen fehlen. Bei Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll dürfen die Gemeinden bis zum doppelten des Jahresbedarfs einnehmen.[1] Die Gemeindeführung hält dieses „doppelte Äquivalenzprinzip“ ein – zumindest 2020. Diese Gebührenüberschüsse dürfen laut Verfassungsgerichtshof nicht in den allgemeinen Haushalt fließen, sondern müssen innerhalb von 10 Jahren im weitesten Sinne für den vorgesehenen Zweck eingesetzt werden.[2] So dürfen die Wassergebühren-Überschüsse zum Beispiel für eine Straße zu einem Trinkwasserbrunnen verwendet werden. Um den zweckmäßigen Einsatz der Gebührenüberschüsse sicherzustellen empfiehlt es sich Rücklagen zu bilden. Hat unsere Gemeindeführung Rücklagen aus den Wassergebühren gebildet? Nein, zumindest finden sich im Voranschlag 2020 keine solchen Haushaltsrücklagen.[3] Die Gretchen-Frage lautet nun: Wie hoch waren die Wassergebühren-Überschüsse der vergangenen 10 Jahre und was ist mit dem Geld passiert?

Eine unangenehme Frage! Es könnte nämlich herauskommen, dass genug Wassergebühren-Überschüsse übrig sein müssten um das 2. Standbein der Trinkwasserversorgung auch ohne Gebührenerhöhung zu finanzieren. Neben der politischen Brisanz birgt die Frage auch eine rechtliche Brisanz: Wenn die Wassergebühren-Überschüsse dauerhaft der Wasserversorgung entzogen wurden, dann handelt es sich um eine „Steuer ohne Rechtsgrundlage“ und das würde die Gemeinde zwingen, die zu viel verlangten Gebühren an die Bürgerinnen und Bürger zurückzuzahlen.[4]


Die Gemeindeführung sollte sich die letzten 10 Jahresabschlüsse ansehen und nachrechnen wie hoch die Wassergebühren-Rücklagen sein müssten. Wenn die Gemeindeführung die Bürger wirklich so wenig wie möglich belasten will, dann fügt sie diesen Betrag der Finanzierung des 2. Standbeines der Trinkwasserversorgung hinzu.


[1] § 17 Abs. 3 Z 4 FAG 2017
[2] VfGH B462/2013 u.a., VfGH B 260/01
[3] Gemeinde St. Ulrich am Pillersee Voranschlag 2020, Nachweis über Haushaltsrücklagen und Zahlungsmittelreserven in Anlage 6b
[4] Hrsg. Landesrechnungshof Tirol: Querschnittsprüfung Gemeindeabgaben, Seite 28

Verlosung Christbäume

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Trotz Corona-Beschränkungen hat es Bürgermeisterin Brigitte Lackner auch dieses Jahr wieder geschafft, die heimischen Dienstleister und Gewerbetreibenden zu einer Christbaum-Spende zu motivieren. Über 100 Bäume können so an Nuaracher Familien kostenlos abgegeben werden. Die Verlosung begeisterte in der Vergangenheit immer wieder und es ist ein großes Lob wert, dass dies auch heuer wieder möglich ist. 

Auf der FACEBOOK-Seite der Gemeinde wird bekannt gegeben:

Noch drei Tage kann das Glückslos beim Gemeindeamt abgegeben und somit die Chance auf den Gewinn eines Christbaums ergriffen werden.
Verlost werden die Bäume, die von der Nuaracher Wirtschaft gesponsert wurden, am Donnerstag um 11.00 Uhr - live zu sehen via Facebook-Livestream.

Auf der FACEBOOK-Seite der Gemeinde wird leider NICHT bekannt gegeben:

Warum wurde ein Termin für die "Live"-Verlosung gewählt, an dem die meisten Bürgerinnen und Bürger arbeiten und vor allem die Kinder, die in den vergangenen Jahren immer für ihre Familien mitgefiebert haben, aufgrund ihres Schulbesuchs zu dieser Zeit von der Veranstaltung ausgeschlossen sind? Es ist so schade, dass sie diesmal nicht dabei sein können! Ob diese Terminfestsetzung am Vormittag mit absehbar sehr geringer Sehbeteiligung im Sinne der spendierenden Unternehmen ist, darf auch bezweifelt werden...

Zahl der Todesfälle sehr hoch 

Die Zahl der Todesfälle in der Mitte des Monats Mitte November ist so hoch wie seit 42 Jahren nicht mehr

(ein Kommentar von Simone Schneider)

Die Corona-Pandemie fordert viele Todesopfer – das kann man in der offiziellen Sterbefallstatistik (Statistik Austria) nachlesen. Im Zeitraum vom 16. bis 22. November wurden in Österreich 2431 Todesfälle gemeldet. In einer einzigen Woche sind seit dem Jahr 1978 nicht mehr so viele Menschen verstorben. Für die 47. Kalenderwoche 2020 sind das 58 Prozent mehr als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. 

Das sind leider nicht nur Zahlen, das sind Schicksale von Familien. Wir alle können etwas dazu tun, diesen traurigen Trend zu stoppen. Auch wenn das Tragen der Maske oft lästig ist und man nicht immer an den "Babyelefanten" denken möchte - Corona zu verharmlosen oder sogar zu leugnen wird uns nicht aus der Krise bringen! 

Na sowas!? Wahl verloren wegen Wassergebühren

Bürgermeisterin ohne Gegenkandidaten scheitert bei Wahl


Ein Kommentar von Simone Schneider

Wie selbst der ORF berichtete, kam es kürzlich in unserem Nachbarland zu einem kuriosen Wahlausgang: In der badischen Gemeinde Fröhnd fiel – und dies ohne jeden Gegenkandidaten – Amtsinhaberin Tanja Steinebrunner bei der Bürgermeisterwahl durch.
Und das kam so: Der Großteil der Wähler und Wählerinnen schrieb einfach den Namen eines Gemeinderats auf den Stimmzettel, der gar nicht kandidiert hatte. Der Grund ist der Unmut in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde mit knapp 500 Einwohnerinnen und Einwohnern über die gestiegenen Trinkwasserpreise.

Wie kann man sich nur so aufregen, nur weil das kostbare Wasser ein wenig teurer wird? In Tirol könnte das sicher nicht passieren… obwohl, da soll es ja eine an eine Bürgermeisterin gerichtete Online-Petition geben, bei der Bürgerinnen und Bürger in einer kleinen Gemeinde im Pillerseetal gegen eine Erhöhung ihrer Wassergebühren unterschreiben können… Ob also die anstehende Beschlussfassung des Gemeinderats im Dezember auch wahlentscheidend werden könnte? Das wäre ja… wie Wasser, also geschmacklos und allzu durchsichtig.

Übrigens: Am Sonntag wird in der kleinen deutschen Gemeinde neu gewählt, diesmal stellen sich gleich zwei Gegenkandidaten der amtierenden Bürgermeisterin entgegen.

+++ UPDATE 22.11.2020: Im heutigen Wahlgang erhielt die Bürgermeisterin rund 25 Prozent, einer ihrer Gegenkandidaten, der noch nie im Gemeinderat oder  ansonsten politisch aktiv war, konnte rund 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger überzeugen und ist nun neuer Bürgermeister in Fröhnd. 

Gemeinderat tagte ohne Zuschauer - Corona bedingt - nur Presse erlaubt

ein Kommentar von Simone Schneider*


Zitate aus der 54. und denkwürdigen Sitzung des Gemeinderats am 19.11.2020, bei der übrigens nur die beiden Pressevertreterinnen Maske trugen und überhaupt das Thema „Corona“ keinen hohen Stellenwert einnahm…
 
·       Es ging um die Wassergebühren im Vergleich zu den Nachbargemeinden:
„Wir haben ein großes Gebiet, daher hohe Leitungskosten“
·       Es ging um den Tagesordnungspunkt 7 (Klage Vorkaufsrecht Leo Waltl):
„ich stelle den Antrag die Öffentlichkeit auszuschließen, da sich Medien instrumentalisieren lassen“
·       Es ging um eine Stoßlüftung nach einer halben Stunde Sitzungszeit:
„Das ist nicht nötig“
·       Es ging um den vom Land wegen der COVID19-Bestimmungen abgesagten Lokalaugenscheins in Strass:
„Das ist ein Wahnsinn“, Firmen arbeiten auch“, „Land verhindert Projekte“.
·       Es ging um die Wassergebühren:
„Bei einer vierteljährlichen Abrechnung kann man die Gebühren bei jeder neuen Vorschreibung ändern“
·       Es ging um die Online-Petition zu den Wassergebühren:
„bodenlose Frechheit“, „maßlose Frechheit“, „Nonsens“, „kein Verständnis“, „sitzt zweimal in einer Gemeinderatssitzung und meint, er hat die Weisheit mit Löffeln gegessen“, „beim Vorkaufsrecht genauso“, „alles sehr bedenklich“, „Falschwissen wird als Wahrheit verkauft“, „Polemik hoch drei“, „riecht nach Wahlkampf“, „vielleicht nicht mehr öffentlich im Gemeinderat über Gebühren diskutieren“, „neue Partei macht Wind“, „banaler Zugang der Leute“

Da die Tagesordnungspunkte 7 und 11 unter Ausschluss der Öffentlichkeit – also auch der Presse – beraten und beschlossen wurden, erfolgte folgende Verabschiedung:
in Richtung NUARACHER NACHRICHTEN: „Servus“, in Richtung KITZBÜHELER ANZEIGER: „Du kennst dich jetzt aus, oder?“ 

* (Verweis auf die Definition eines Kommentars im Gegensatz zum Bericht)

Zur Information:

Der Gemeinderat von Hochfilzen hat in seiner Sitzung am 16.November 2020 einstimmig unter anderem nachstehende Gebühren-/Abgabenänderungen beschlossen: … Wassergebühr (ab nächster Ablesung) je m3  bisher: 0,54 €, ab Jahr 2021: 0,55 € …

Wasser wird 45 Prozent teurer

Wasser ist unser höchstes Gut, unser Leben, unsere Gesundheit und ein hochemotionales Thema – ein Kommentar von Simone Schneider

Ein europäischer Politiker meinte einmal: „Wir horchen staunend auf, wenn eine Nasa-Sonde Wasser auf dem Mars entdeckt haben soll - aber wir haben verlernt zu staunen über das Wasser, das bei uns selbstverständlich aus dem Hahn fließt“.

Wie wahr, denn Wasser ist lebenswichtig und erfährt leider nicht immer die Wertschätzung, die es verdient. Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Österreichs Privathaushalten beträgt rund 135 Liter pro Tag und Kopf. Das bedeutet für einen Vier-Personen-Haushalt etwa 200 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Die Wassergebühr ist Gemeindesache und jede Gemeinde legt diese selbst fest. 


In Nuarach liegt der Betrag derzeit bei € 1,10 pro Kubikmeter für verbrauchtes Wasser. Das heißt, dass eine Familie jährlich im Durschnitt € 220,- zahlt, wenn man den angegebenen Verbrauchswert des Ministeriums für Landwirtschaft zugrunde legt. Gut, dies sollte den Bürgerinnen und Bürgern ihr Wasser schon wert sein. Trotzdem eine hohe Summe – insbesondere wenn man mal die Kosten für Wasser in den Nachbargemeinden vergleicht:

In Waidring zahlt ein Haushalt pro Kubikmeter lediglich € 0,66, in Fieberbrunn € 0,62, in Hochfilzen müssen nur € 0,60 gezahlt werden und in St. Jakob verlangt die Gemeinde günstige € 0,52 – also weniger als die Hälfte des Preises, der in Nuarach flüssig gemacht werden muss.


Nachdem am 29.07.2019 der Lastalbach bei einem Unwetter mit extremem Starkregen über Nacht die Stollenquelle samt der Brunnenstube unterspülte und eindrückte, kam der Wasserausschuss der Gemeinde zum Entschluss, dass „ein zweites Standbein für die Wasserversorgung der Gemeinde St. Ulrich am Pillersee unumgänglich“ sei. Also wurden Probebohrungen für einen Tiefbrunnen in Auftrag gegeben. Dazu die Bürgermeisterin im Herbst 2019: „Die Erbauung des Tiefbrunnens ist erstens für die weitere Generalsanierung der Hauptversorgung - Stollenquelle Lastal - vonnöten und zum Zweiten trägt dieses epochale Bauprojekt außerdem für eine hundertprozentige Gewährleistung der Wasserqualität für viele Generationen bei!“. 

Dieses „epochale“ Bauprojekt hat natürlich seinen Preis – rund 1,2 Millionen Euro wird der neue Trinkwasserbrunnen kosten. So also stand das Thema auf Punkt 10 der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 22.10.2020 und unter 10.3. wurde über „Finanzierung- mögliche Varianten“ diskutiert. Dabei ging man von einem wesentlich geringeren Verbrauch als das zuständige Ministerium aus, denn in Nuarach verbraucht ein Haushalt wohl nur 100 Kubikmeter im Jahr. 


Logisch, Wasser kostet ja auch hier mehr als sonst irgendwo im Pillerseetal. Dann wurde erklärt, dass man für den „epochalen“ Bau ein Darlehen von einer halben Million Euro benötige, die Kosten dafür aber auf die Verbraucher umlegen könne. 

Pro € 100.000,- Kreditsumme könne man 10 Cent raufgehen, also wäre eine Preissteigerung von € 0,50 pro Kubikmeter Wasser für die nächsten zehn Jahre (Laufzeit des Darlehens) denkbar. Das würde dann eine durchschnittliche Erhöhung der Wasserkosten um satte 45 Prozent von 110,- auf 160,- Euro jährlich für die Nuaracherinnen und Nuaracher bedeuten – wenn man tatsächlich nicht doch so viel verbraucht wie der österreichische Durchschnitt, dann nämlich zahlt man in Nuarach statt € 220,- im kommenden Jahr € 320,-.


Oder anders ausgedrückt: Haushalte in St. Ulrich zahlen zukünftig mehr als dreimal so viel als eine Familie in St. Jakob. Diesen Vorschlag fanden die Gemeinderätinnen und -räte am Donnerstag sehr überzeugend und so wurde der Antrag einstimmig angenommen.


Der österreichische Förster und Naturforscher Viktor Schauberger meinte in den 1959er Jahren: „Irgendwann in diesem Jahrhundert wird eine Flasche mit reinem Wasser mehr kosten als eine Flasche Wein“. Nun, so ganz hat er nicht Recht behalten, aber Nuarach wird es bald schaffen, dass seine Sorge um die Kosten für Wasser Realität wird. Aber auch da hatte Bürgermeisterin Brigitte Lackner bereits eine Idee. Sie meinte scherzhaft, man könne ja „Steinberger Wasser“ aus dem neuen Trinkwasserbrunnen in Flaschen abfüllen und daraus eine lukrative Marke machen. Oder war das gar kein Scherz? Nicht so lustig werden es sicher die Familien finden, wenn sie für Wasser in Zukunft zwischen 50 und 100 Euro mehr zahlen müssen. Aber auch dafür gibt es ein passendes Zitat von Naturfreund Schauberger:


„Stille deinen Durst mit Wasser, deinen Wissensdurst mit Informationen und den Durst deines Gewissens mit Wahrheit“. 

Weitere Erläuterungen für Interessierte zur Erhebung von Gebühren:

Der Gesetzgeber sagt, dass bei der Festsetzung der Gebühren der jährliche Ertrag aus der Wassergebühr nicht höher sein darf als jene Summe, die die Gemeinde benötigt, um zwei Jahre lang die Anlagen zur Wasserversorgung erhalten und betreiben zu können und auch allfällige Errichtungskosten zu verzinsen und zu tilgen. Laut der Zeitschrift „Konsument“ erwirtschafteten die Gemeinden mit Gebühren aus den Bereichen Wasser, Abwasser und Müll mitunter erhebliche Überschüsse und verwenden diese Überschüsse teilweise für gebührenfremde Zwecke. Im Gegenzug finanzieren sie anstehende Investitionen in die Wasser– und Abwasserinfrastruktur über Fremdkapital. Durch diese Vorgangsweise müssen die Gebührenzahler einerseits die Überschussentnahmen für Zwecke des allgemeinen Haushalts tragen, andererseits auch die gesamten Finanzierungskosten von fremdfinanzierten Vorhaben. Dies beanstandet der Bundesrechnungshof immer wieder.